Breitenbrunn

Nach einer halben Stunde war alles vorbei

Löschtrupps aus dem Gemeindebereich Breitenbrunn testen den Ernstfall Fiktiver Brand in der Schule

17.10.2017 | Stand 02.12.2020, 17:20 Uhr

Lange Schlauchleitungen mussten verlegt werden, mit Leitern versuchte die Feuerwehr ins Gebäudeinnere vorzudringen, um die dort Eingeschlossenen zu bergen. - Fotos: Sturm

Breitenbrunn (swp) Mitte September hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in Altötting die Feuerwehraktionswoche eröffnet. Sie steht unter dem Motto "Begegnen - Bewegen - Bewirken". In Breitenbrunn fand passend dazu eine Großübung an der Schule statt.

Pünktlich um 19.30 Uhr alarmierte Kreisbrandmeister Johann Ehrl die zehn Feuerwehren der Großgemeinde. Die Stützpunktfeuerwehr Breitenbrunn rückte mit sämtlichen Einsatzfahrzeugen aus, dazu gehörte das große Tanklöschfahrzeug. Die Ortsfeuerwehren aus Gimpertshausen und Hamberg fuhren mit ihren Tragkraftspritzen-Fahrzeugen vor. Die Ortswehren aus Erggertshofen, Langenthonhausen, Dürn, Rasch und Buch waren mit Tragkraftspritzen vor Ort. Nicht einsatzfähig meldeten sich die Wehren aus Kemnathen und Premerzhofen.

Insgesamt waren rund 80 Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen im Einsatz. Das Szenario der groß angelegten Übung war folgendes: Im Schulhaus war ein Feuer ausgebrochen, in dem Gebäude befand sich eine unbekannte Zahl von Personen. Sie alle schafften es wegen der starken Rauchentwicklung nicht, ohne fremde Hilfe ins Freie zu gelangen. Über Leitern und durch die Fenster an der Südseite mussten sechs Atemschutzträger zur Personenrettung in das Schulhaus eindringen. Gleichzeitig bauten Einsatzkräfte die Wasserversorgung aus den Oberflurhydranten rund um die Schule auf. Außerdem wurden zwei unabhängige Wasserversorgungen eingerichtet. Dazu wurde Löschwasser mit Schlauchleitungen aus der Bachhaupter Laber zur Feuerstelle gepumpt.

Einsatzleiter Ehrl erklärte: "Die unabhängige Wasserversorgung aus der Laber ist für den Einsatz einer Drehleiter gedacht. Denn im Ernstfall wäre heute das Drehleiter-Fahrzeug der Stützpunktwehr aus Parsberg hier." Eine besondere Herausforderung für die Rettungskräfte stellten die beengten Zufahrtsmöglichkeiten zur Schule dar. Wie der Kreisbrandmeister ferner betonte, haben sich die Fenster der Schule nur als bedingt geeignet für die Menschenrettung per Leiter erwiesen. Im Notfall müssten daher die Scheiben eingeschlagen werden.

Die Einsatzkräfte gingen hochprofessionell zu Werke. Schon 20 Minuten nach der Alarmierung stand die komplette Wasserversorgung. Und schon nach gut einer halben Stunde war der Spuk wieder vorbei. Die Feuerwehrleute hatten das Feuer unter Kontrolle und alle Menschen waren aus dem Schulgebäude evakuiert worden.

Unter den Zuschauern befand sich Bürgermeister Johann Lanzhammer (FW). Bevor er zu einem Anschlusstermin weiter musste, zeigte er sich sehr zufrieden mit dem Übungsablauf und der Einsatzbereitschaft seiner Feuerwehren. Nach der Übung ging es zur Nachbesprechung in das Feuerwehrhaus am unteren Markt. "Ich bin überrascht, mit welcher Geschwindigkeit die Übung über die Bühne ging", lobte Kreisbrandmeister Ehrl. Obwohl zwei Feuerwehren an diesem Abend nicht einsatzbereit gewesen waren, bezeichnete er die Anzahl der teilnehmenden Einsatzkräfte als sehr zufriedenstellend.

Alles sei Hand in Hand recht erfolgreich verlaufen. Die Atemschutzträger hätten die Übung dazu nutzen können, sich mit dem Inneren des weitläufigen Schulgebäudes vertraut zu machen. Auch der Digitalfunk beziehungsweise der Umgang damit, habe keine Probleme verursacht. Ehrl bedankte sich nicht nur für die Teilnahme an der Großübung, sondern auch für das umfangreiche Übungsgeschehen bei allen Gemeindewehren, das ganze Jahr über. Kreisbrandinspektor Jakob Weidinger hatte das Geschehen aufmerksam begleitet. Er stellte kurz und knapp fest: "Es hat gut geklappt."