Neuburg

Mit dem Jugendtheater in die Baker Street

Neuburger Nachwuchsgruppe präsentiert ein selbst adaptiertes Sherlock-Holmes-Stück

19.03.2019 | Stand 02.12.2020, 14:24 Uhr
Humor, Mordversuche und Intrigen in der Baker Street 221b: Sherlock Holmes (Julia Friedrich) und Doktor Watson (Thomas Strahl) lösen den Fall des Mazarin-Steins. −Foto: Viertbauer

Neuburg (pav) "Die Straße ist voll mit Bullen, was machen wir jetzt?

", fragt Christoph Lenhart alias Sam Merton am Ende des gut zweistündigen Theaterstücks. Er spielt einen der Bösewichte in "Baker Street 221b", der Adaption zweier Sherlock-Holmes-Kurzgeschichten des Jugendtheaters Neuburg. "Es ist ein Krimi-Kammerspiel, das auf den Kurzgeschichten ?Der blaue Karfunkel' und ?Der Mazarinstein' basiert", erklärt Regisseur Sebastian Englschall.

"Der Mazarinstein" habe sich sehr angeboten, da Sherlock Holmes und Doktor Watson für die Aufklärung des Falls die Baker Street nahezu gar nicht verlassen. "Nur diese Kurzgeschichte auf die Bühne zu bringen, hätte aber lediglich 40 Minuten gedauert und wir bräuchten nur vier Schauspieler. Deswegen habe ich die Kurzgeschichte ?Der blaue Karfunkel' zur Hand genommen und daraus die erste Hälfte gemacht", erzählt Englschall. Mit zehn jungen Nachwuchsschauspielern begannen im November die Proben, vergangenen Freitag konnten theaterbegeisterte Neuburger den Fall des "Mazarin-Steins" knapp 100 Jahre nach seiner Veröffentlichung erstmals auf der Bühne verfolgen.

"Die schauspielerische Leistung des Jugendtheaters war wirklich der Wahnsinn, es hat sich in den vergangenen Jahren extrem weiterentwickelt", findet Zuschauerin Monika Tartamella. Ein Höhepunkt für die Bürokauffrau sei die Dekoration, die für "Baker Street 221b" die Theaterbühne schmückt. "Das Tolle an einer eigenen Bühne ist, dass wir das Bild über Monate hinweg gestalten konnten", erklärt der Regisseur. Er habe versucht, möglichst viele Gegenstände einzubauen, die sich auch in den Büchern finden: "Der Schädel, das Bild am Kamin und die aufgespießten Briefe werden alle mal in den Geschichten erwähnt", sagt Englschall.

Doch auch typische Elemente aus den Sherlock-Holmes-Filmen unterhalten in dem Stück. So wird die finale Schlägerei zwischen den Bösewichten mit Holmes und Watson wie in den neuesten Filmen in Slowmotion dargestellt. "Da ich selber großer Sherlock-Holmes-Fan bin, wollte ich mich da mal heranwagen. Da ich als Regisseur und Autor noch keine Erfahrung hatte, bekam ich tatkräftige Unterstützung von Christoph Lenhart, der den Bösewicht Sam Merton spielt", verrät Englschall.

Zur Freude der Schauspieler und des gesamten Teams sind alle Aufführungen bereits ausverkauft. Auch die Resonanz zu "Baker Street 221b" sei durchweg positiv - ein voll besetztes Theater, Standing Ovations und minutenlanger Applaus bei der Premiere bezeugten dies.