Eichstätt

Miese Stimmung bei der DJK

Nach Abstimmungs-Debakel im Stadtrat: Wie geht es weiter mit der Gaststätte?

30.09.2016 | Stand 02.12.2020, 19:14 Uhr

Ungewiss ist die Zukunft des Gaststätten-Neubaus an der DJK-Halle. Grund: die um rund 25 Prozent gestiegenen Kosten. Der Verein will nicht aufgeben und sucht nach neuen Lösungen. - Foto: Knopp

Eichstätt (kno) Wunden lecken heißt es bei der DJK Eichstätt nach jenem denkwürdigen Disput am Donnerstag im Stadtrat. Wie berichtet, hatte Stadtbaumeister Manfred Janner dort die neue Kostenberechnung für den Bau der DJK-Gaststätte präsentiert - und die liegt gut 90 000 Euro über den bisherigen Schätzungen.

Der reine Neubau wird demnach auf 410 000 Euro statt bisher 330 000 Euro taxiert, die "Sowiesokosten" (Janner) für Sondergründung, Abbruch, Altlastenentsorgung und so weiter summieren sich auf 225 000 Euro statt 213 000 Euro. Ein Gesamtpaket also von 635 000 Euro, das der Mehrheit des Stadtrats als deutlich zu viel erschien. Mit 12:7 Stimmen hat er daher beschlossen, den Neubau auf die ursprünglich vorgesehenen 330 000 Euro zu deckeln.

Schon während der Debatte zeichnete sich dieses Ergebnis ab. Quer durch die Fraktionen herrschte ein gewisses Entsetzen über das vorgelegte Zahlenwerk. Die Kosten für ein "kleines Rechteck" seien "sehr, sehr hoch", bemerkte etwa Rudi Engelhard (CSU), mehrfach fiel in der Runde auch die Frage nach einem "Plan B", ohne diesen allerdings zu konkretisieren. Martina Edl (FW) bezweifelte, dass die 25-prozentige Kostensteigerung wirklich "das Ende der Fahnenstange" sei, und sprach von einer "Hausnummer", die nicht klaglos zu akzeptieren sei. Schärfe gewann die Debatte, als Dritter Bürgermeister Gerhard Nieberle (SPD) davor warnte, möglicherweise einen Verein zu bestrafen, "der nichts dafürkann", und Rudi Engelhard dies als "Drohgebärden" wertete.

Die "exorbitante" Steigerung hatte Stadtbaumeister Manfred Janner vorwiegend mit den Kosten für die Haustechnik wie die Lüftung begründet, die über 40 Prozent Anteil ausmachen. Außerdem seien die Kühlzellen für rund 25 000 Euro noch nicht eingeplant gewesen, was Fred Pfaller (SPD) zu der Bemerkung veranlasste: "Da kann man ja gleich ein Haus ohne Fenster planen."

Ein weiterer Knackpunkt ist der Pachtvertrag mit der DJK: Dieser wurde offenbar auf Basis der ersten Kostenschätzung abgeschlossen. Eva Gottstein (FW) befürchtete daher, dass die Kostensteigerung allein bei der Stadt hängen bleiben wird, und forderte daher eine "Lightversion", zu der es ja nach Willen des Stadtrats nun letztlich kommen soll. Nur - wie? Stadtbaumeister Manfred Janner winkte schon während der Sitzung mehrfach ab: "Dann wird das Projekt noch schlechter. Ich wüsste nicht, wie das gehen soll."

Am Tag nach dem Beschluss zeigte man sich bei der DJK immer noch ratlos: "Das Thema ist eigentlich durch", so Vorstandsmitglied Thomas Schärtel auf Anfrage unserer Zeitung. "Zu diesen Kosten wird das Projekt kaum zu schaffen sein." Entsprechend "mies" sei die Stimmungslage beim Verein. Aber: "Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir geben nicht auf." Nun müsse nach anderen Lösungen gesucht werden. Schärtel bringt eine mögliche Zusammenarbeit mit dem VfB Eichstätt ins Spiel, der ja auch ein Gaststättenproblem habe.

"Nach den jetzigen Vorgaben ist eine Realisierung sehr, sehr schwierig", sagte OB Andreas Steppberger am Freitag. Das Thema soll nächste Woche im Hauptausschuss noch mal auf den Tisch: "Schon allein für die Neuplanung fallen ja schon wieder Kosten an."