"Restrukturierung" angekündigt

MBDA: Mitarbeiter zwischen Hoffen und Bangen

"Restrukturierung" angekündigt

03.12.2020 | Stand 07.12.2020, 3:33 Uhr
Die vom Grundsatz her längst beschlossene Beschaffung des Patriot-Nachfolgesystems TLVS (BIld) verschiebt sich weiter. Jetzt sind Arbeitsplätze in Gefahr; das Schrobenhausener Unternehmen MBDA Deutschland hat in der Folge eine Restrukturierung angekündigt. −Foto: MBDA Deutschlandm

Schrobenhausen - Das Schrobenhausener Rüstungsunternehmen MBDA Deutschland hat am Donnerstag eine Restrukturierung angekündigt. Im Klartext bedeutet das: Es sollen Arbeitsplätze gestrichen werden. Auf Anfrage nennt das Unternehmen aber bislang keine Zahlen. Gemunkelt wird in Schrobenhausen die Zahl 450, nach Recherchen unserer Zeitung dürfte ein Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent der 1100-köpfigen Belegschaft aber realistischer sein. In einer Betriebsversammlung kurz vor Weihnachten soll es Konkreteres geben.

 

Hintergrund der nun angekündigten Restrukturierung ist, dass das seit Jahren angepeilte milliardenteure Patriot-Nachfolgesystem TLVS für 2021 am Ende der Etat-Verhandlungen nur mit einem symbolischen Betrag im Bundeshaushalt vorgesehen ist. Damit verschiebt sich ein Vertragsabschluss auf unbestimmte Zeit . Die Verhandlungen zwischen Bund und Unternehmen laufen seit mittlerweile fünf Jahren.

"Wir nehmen die Vertagung der Entscheidung zur Kenntnis", sagte nun am Donnerstag MBDA-Geschäftsführer Thomas Gottschild. Es liege ein entscheidungsfähiges Angebot auf dem Tisch. "Aufgrund dieser Entwicklung sind wir gezwungen, eine Restrukturierung des Unternehmens durchzuführen. Die notwendigen Maßnahmen werden derzeit erarbeitet."

Der Bundestagsabgeordnete Reinhard Brandl (CSU) ist als Mitglied im Verteidigungsausschuss ganz nah dran an dem Verfahren. Er sagt: "Wir werden versuchen, das Projekt in die Finanzplanung der nächsten Jahre aufzunehmen. Ich hoffe, dass wir im Frühjahr 2021 dazu mit der SPD eine Einigung erreichen." Und weiter: "Von Seiten der CSU werden wir weiter für TLVS kämpfen; das Projekt wird auch in der Bayerischen Staatsregierung massiv unterstützt." (Ausführlicher Bericht folgt)

SZ

 

Mathias Petry