Neuburg
Manchinger Verein gegen ein Paketzentrums in Weichering

Bürgerinitiative warnt vor unabwägbaren Konsequenzen für Natur, Anwohner und Region

04.03.2022 | Stand 08.03.2022, 3:34 Uhr |
Auch die Bürgerinitiative "Lebenswertes Manching" lehnt das geplante Paketzentrum bei Weichering ab. −Foto: DK-Archiv

Weichering - Die Bürgerinitiative "Lebenswertes Manching - Stopp B16-Ausbau e. V." sieht neben den in Aussicht gestellten Vorteilen des geplanten Paketzentrums bei Weichering auch unabwägbare Konsequenzen für Natur, Anwohner und Region. Die Vorstände des Vereins sehen den geplanten Bau zudem auch in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Ausbau der B16. "Neben der erwartbaren Bodenversiegelung wird auch der Schwerlastverkehr auf der nahen B16 zunehmen", so der Verein in einer Mitteilung. Laut DHL werden sodann mehr als 2000 Lkw pro Tag zusätzlich Richtung Autobahn fahren.

"Selbstverständlich ist die Entscheidung, ob ein Verteilzentrum gebaut werden wird, allein die Angelegenheit von Weichering. Allerdings leben wir in einer Region mit einer hohen Verkehrsbelastung und der durch den Bau zusätzliche geschaffene Verkehr wird nicht nur Weichering sondern alle an der B16 gelegenen Anwohner treffen", so Vorsitzender Waldemar Bauer. "Wir Manchinger sind - als bereits jetzt geltender Lärm-Hot-Spot in Oberbayern - hier besonders sensibel und wollen deshalb auch die weiteren Anlieger der B16 darauf aufmerksam machen, was mit der massiven Ansiedelung von weiteren verkehrsintensiven Betrieben sowie mit einer Autobahn auf sie zukommt."

Der Verkehr werde durch das Paketzentrum deutlich zunehmen und dies vor allem nachts. Die im Rahmen des Ausbaus der B16 geplanten Lärmschutzwände, wie zum Beispiel bei den Ortschaften Oberstimm und Niederstimm, könnten die steigenden Lärmemissionen nicht vollständig abfedern. In diesem Zusammenhang sei auch die Aussage des stellvertretenden Bürgermeisters aus Aschheim bezüglich des Vergleiches mit dem DHL-Postzentrum Aschheim, denn hier betont er ausdrücklich den direkten Autobahnanschluss, der es unnötig mache, dass Lkw und Pendler übers Land fahren müssen, wie das in Weichering der Fall wäre.

Auch der Verein "Lebenswertes Manching" spricht sich nach eigenen Angaben für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuereinnahmen aus und habe vollstes Verständnis für Weichering - aber unter Berücksichtigung aller Vor- und Nachteile und Abwägung von Alternativen. Zumal es sehr fraglich sei, ob die in Aussicht gestellten Arbeitsplätze bei einer immer weiter vorangetriebenen Vollautomatisierung tatsächlich in dieser Höhe realisiert werden können. Auch die in den Raum gestellten Gewerbesteuereinnahmen sollten kritisch hinterfragt werden.

Wie berichtet, sollen die Weicheringer Bürger am Sonntag, 13. März, über die Ansiedlung des umstrittenen Paketzentrums abstimmen.

DK