Seuversholz

Leistungsfähig und modern

Neue Getreide- und Düngerhalle in Seuversholz kann bis zu 330 Tonnen Getreide pro Stunde annehmen

22.06.2014 | Stand 02.12.2020, 22:33 Uhr

Zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit, besichtigten die neue Halle und ließen sich auch das Mittagessen schmecken. - Fotos: baj

Seuversholz (EK) Die Ernte steht vor der Tür. Rechtzeitig vorher, am gestrigen Sonntag, nahm die Raiffeisen-Handels GmbH (RHG) in Seuversholz ihre neue Getreide- und Düngerhalle offiziell in Betrieb. Damit will die RHG ihre Kunden aus der Landwirtschaft mit modernster Technik unterstützen.

Die Einweihung hat die RHG mit einem Fest verbunden, zu der die gesamte Bevölkerung geladen war. Gekommen waren Kunden, Geschäftsfreunde, die ausführenden Firmen und Handwerker, dazu Landtagsabgeordnete Tanja Schorer-Dremel, Landrat Anton Knapp, der Pollenfelder Bürgermeister Wolfgang Wechsler und sein Kollege aus Schernfeld, Ludwig Mayinger.

Herbert Zopp, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Volksbank Raiffeisenbank Bayern Mitte, rief die Vorgeschichte des Baus in Erinnerung, die bis ins Jahr 2010 zurückreicht. Der damalige Geschäftsführer der RHG, Bartholomäus Eichinger, hatte die Idee einer neuer Lagerhalle ins Spiel gebracht. Im Mai 2012 habe die Bank die Investitionsentscheidung getroffen. „Damit unterstreichen wir die hohe Bedeutung dieses Standorts“, betonte Zopp. Diese Investition sei in die Zukunft gerichtet.

Mit eindrucksvollen Zahlen untermauerte RHG-Geschäftsführer Christian Hufsky diese Aussagen. Denn neben dem Bau der 66 Meter langen und 25 Meter breiten Lagerhalle wurde weitere Infrastruktur geschaffen: Das Unternehmen tauschte vier veraltete Getreidesilos aus, ließ eine zweite Waage einbauen und installierte eine automatische Probenentnahme für Getreide.

Die RHG ist nun in der Lage, drei verschiedene Fruchtarten gleichzeitig anzunehmen. Dieser Zeitvorteil sei in der heutzutage dicht getakteten Ernte unschätzbar, so der Geschäftsführer. Mit der einen der beiden Waagen wird das beladene Fuhrwerk gemessen, mit der anderen das entleerte, was für einen reibungslosen Verkehrsfluss sorgt. In Seuversholz können 330 Tonnen Getreide pro Stunde angeliefert werden. „Das sind 13 voll beladene Lastwagen“, verdeutlichte Hufsky. Insgesamt bietet der Standort Seuversholz eine Lagerkapazität für 14 000 Tonnen Getreide und 3000 Tonnen Dünger. Viele Abläufe sind mittels Förderbänder automatisiert. Ein größeres Palettenlager ergänzt die Ausstattung. Insgesamt benötigt der Betrieb jede Menge Energie. Deshalb gibt es auf dem südlichen Teile des Hallendaches eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von knapp 74 kWp. Der Strom ist zum größten Teil für den Eigenverbrauch bestimmt.

Hufsky stellte das Licht denn auch nicht unter den Scheffel: „Wir haben jetzt mit diesem Standort einen der leistungsfähigsten, wenn nicht den leistungsfähigsten und modernsten Agrarstandort im Umkreis von 40 Kilometer.“ Landrat Anton Knapp zeigte sich beeindruckt. Er erinnerte sich an frühere Zeiten. Sein Onkel habe eine Landwirtschaft gehabt und in der Erntezeit habe er als Bub mitfahren dürfen, als der Onkel sein Getreide ablieferte. Stundenlange Wartezeiten seien die Regel gewesen, die die Bauern oft in Gastwirtschaften verbracht hätten. Solche Wartefristen gebe es jetzt nicht mehr, lobte Knapp: „Diese Anlage wurde mit Weitsicht geplant.“

Der neue Bürgermeister Wechsler hielt gestern sein erstes Grußwort. Er sprach von der örtlichen RHG als eine Erfolgsgeschichte, die nun fortgeführt werde. Als Überraschungsgeschenk hatte er die gerahmte Gewerbeanmeldung von Raiffeisen vom 1. Dezember 1967 dabei.

Für die Planungsfirma Hinterlang & Burk sowie für die Firma Bühler aus Beilngries überreichte Hans-Peter Konrad (Firma Bühler) einen symbolischen Schlüssel für das Gebäude. Pfarrer Mmaju Eke verlieh dem Gebäude den kirchlichen Segen. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Jura-Blaskapelle Pollenfeld. Betriebsleiter Johann Steidl bedankte sich bei Mitarbeiter und Kunden und verwies auf das Mittagessen.

Nach dem offiziellen Teil hatten die Gäste Gelegenheit, die neuen Einrichtungen zu erkunden. Fachfirmen stellten sich vor, auch die Forstbetriebsgemeinschaft war mit einem Stand zu finden. Für die Kinder gab es ein eigenes Programm. Und akustische Signale setzten die Böllerschützen.