Lampersdorf

Kleine Kunstwerke kommen zu neuen Ehren

Lampersdorfer Kreuzweg aus dem Dornröschenschlaf geholt – Restaurator verhilft Bildern zu neuem Glanz

30.08.2013 | Stand 25.11.2013, 10:27 Uhr

Die lange verschollenen Kreuzwegstationen der Lampersdorfer Kapelle, die Restaurator Wolfram Gerlich mit Gerhard Schneider und Werner Brandl (v.l.), dem Sohn des verstorbenen Initiators Toni Brandl, begutachtet, sollen nun die nun restauriert werden - Foto: Sturm

Lampersdorf (HK) Nach einem Dornröschenschlaf wird der Kreuzweg der Lampersdorfer Ortskapelle neu hergerichtet. Was einst als Kitsch gegolten hat, wird nun wertgeschätzt.

Es wird wohl immer ein Rätsel bleiben, warum der Lampersdorfer Kreuzweg in der Amtszeit von Ortspfarrer Seitz nach Göggelsbuch gekommen ist. aber nie in der St. Georgskirche dort aufgehängt wurde. Auf jeden Fall sind die Lampersdorfer Darstellungen des Leidens Jesu kleiner als die Bilder der Göggelsbucher, und so passte der Kreuzweg wohl von den Proportionen her nicht.

Verpackt in einer Kiste waren die 14 Bilder der einzelnen Stationen über viele Jahre im Göggelsbucher Pfarrhaus gelagert, das nach Pfarrer Seitz ab 1947 Ortspfarrer Gustav Schreier bis zu seinem Tod bewohnte. Weit über 50 Jahre schlummerten sie dort vor sich hin, bis die Kiste bei den Renovierungsarbeiten des Pfarrhauses unter einer Treppe zum Vorschein kam.

Nach der Entdeckung und dem langen Dornröschenschlag bekamen die Lampersdorfer 1986 die Kreuzwegbilder zurück und deponierten sie im neuen Feuerwehrhaus auf dem Dachboden. Hier lagen sie nun wiederum über 20 Jahre unbeachtet. Einzig Toni Brandl setzte sich in den vergangenen Jahren mit dem Thema Kreuzweg auseinander. Es war ihm ein Anliegen, diesen nicht weiter verstauben zu lassen, sondern dem Ursprung zurückzuführen. Seine Recherchen liefen auf Hochtouren. Leider konnte er seine Initiative nicht mehr abschließen, nachdem er im Dezember 2012 plötzlich starb.

Auf den Grundlagen Brandls hat nun der Lampersdorfer Ortssprecher Gerhard Schneider die Sache in die Hand genommen, nachdem er in einer Bürgerversammlung gebeten worden war, die Fäden zusammenzuführen. Schneider hat mit Restaurator Wolfram Gerlich aus Langenaltheim Kontakt aufgenommen, der noch von Toni Brandl ausgesucht worden war. Der Restaurator hatte damals die Bilder geprüft und festgestellt, dass die Kreuzwegstationen von Georg Lang sind, der am 14. März 1840 in Deining geboren wurde und im Alter von 60 Jahren im Mai 1900, beim Bemalen einer Kirchendecke durch einen Sturz vom Gerüst ums Leben kam. Zahlreiche Deckenfresken und Kreuzwegbilder schmücken Kirchen im Umkreis von Neumarkt. Längere Zeit war der Künstler wahrscheinlich in Wien und befasste sich fort mit dem Nazarener Stil. Seine Werke entsprachen dem Geist der Frömmigkeit der damaligen Zeit. In hellen, leuchtenden Farben zeigt er verklärte Darstellungen des Lebens Jesu.

Wenig geachtet waren in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg diese als „kitschig“ eingeschätzten Bilder. Erst heute beginnt man ihren künstlerischen Wert wieder zu schätzen. Werke von Georg Lang befinden sich unter anderem in Kirchen in Freystadt, Laibstadt, Sulzbürg und in Sondersfeld. Zu seinem 100. Todestag im Jahr 2000 hat die Gemeinde Deining ihm mit einer Bronzebüste auf dem Rathausplatz ein Denkmal gesetzt.

In Lampersdorf werden nun die kleinen Kunstwerke neu hergerichtet und in der Kapelle aufgehängt. Auch der Göggelsbucher Kreuzweg soll nun hergerichtet werden soll. Es wurde auch bekannt, dass die Kreuzwegbilder der Schönbrunner Kapelle aufgefunden wurden. Zunächst stellte sich die Frage, ob nicht die Lampersdorfer Bilder die der Schönbrunner seien. Dies sei aber nicht der Fall, versicherte Gerhard Schneider, denn er hat inzwischen den ebenfalls verstaubten Schönbrunner Kreuzweg auf dem Dachboden der dortigen Kapelle ausfindig gemacht.