Schrobenhausen
Klare Positionen

Podiumsdiskussion der Schrobenhausener Zeitung im rappelvollen Pfarrsaal St. Jakob

17.02.2020 | Stand 23.09.2023, 10:42 Uhr |
Daumen hoch oder runter? Manche Fragen mussten die Kandidaten auf dem SZ-Podium gestern Abend mit einer kleinen sportlichen Übung beantworten. −Foto: M. Schalk

SchrobenhausenKlimaschutz und Südwesttangente, Öffentlicher Nahverkehr, Einheimischenmodell und Hochwasserschutz. Eine neue Stadthalle samt Bürgerzentrum: ja oder nein? Wie stehen sie eigentlich zum Thema Windräder? Und schreiben sie sich künftig mehr Transparenz auf die Fahnen? Fragen über Fragen. Fünf Herausforderer und einer, der den Job des Schrobenhausener Bürgermeisters schon seit mehr als 13 Jahren macht, stellten sich ihnen am Montagabend bei der von der Schrobenhausener Zeitung veranstalteten Podiumsdiskussion - und nutzten die Gelegenheit, sich und ihre Themen zu präsentieren.

So viele Besucher wie noch nie interessierten sich im Pfarrsaal St. Jakob dafür. Platz hatten sie bei Weitem nicht alle - einige mussten die Veranstaltung sogar vom Gang aus verfolgen, manche waren direkt wieder umgedreht und heimgegangen.

Seit September 2006 steht Karlheinz Stephan (CSU) an der Spitze der Stadt. Dass sich das in knapp vier Wochen ändert, haben sich Stephans Gegenkandidaten Martha Schwarzbauer (SPD), Dieter Kreisle (DU), Harald Reisner (Freie Wähler), Reinhold Deuter (Linke) und Joachim Siegl (Grüne) auf die Fahnen geschrieben.

Die sechs Herrschaften haben sich bei der Podiumsdiskussion unterm Strich ziemlich gut verkauft. Und das, obwohl es die Fragen, mit denen die SZ-Redakteure Jürgen Spindler und Mathias Petry die sechs Kandidaten löcherten, mitunter durchaus in sich hatten. Über 100 Fragen waren von Leserinnen und Lesern der Schrobenhausener Zeitung. Und nicht nur Amtsinhaber Karlheinz Stephan flog dabei auch mal ein Thema um die Ohren, mit dem er - deutlich an seiner Mimik ablesbar - in der Form nicht gerechnet hatte. Wobei alle Kandidaten nach der Veranstaltung rückmeldeten: Die Veranstaltung war fair.

Im Gegensatz zum ersten Aufeinandertreffen der Kandidaten beim DGB verkauften sich diesmal allesamt deutlich lockerer, vor allem Harald Reisner (FW) und Martha Schwarzbauer gingen forsch nach vorn. Aber auch Dieter Kreisle (DU) zeigte sich stark verbessert, er war mehr auf dem Punkt und bezog einige klare Positionen. Reinhold Deuter bleibt in einer Außenseiterposition, und das weiß er auch, was ihn nicht davon abhielt, einige spitze Bemerkungen loszulassen. Für gehöriges Raunen sorgte er, als er sagte, "der jetzige Stadtrat schaut nicht weiter als bis zum Bürgermeister-Stocker-Ring".

Nicht ganz einig waren sich die Bewerber bei der Schlussfrage, ob es eine Stichwahl gibt: Die Herausforderer zeigten sich zuversichtlich, dass es sehr wohl eine gibt, der Amtsinhaber auch - dass er es im ersten Durchgang macht.

SZ

(Ausführlicher Bericht folgt).

Ute De Pascale