Jubiläum der Böllerschützen

20.08.2008 | Stand 03.12.2020, 5:40 Uhr |

Gibt es seit 25 Jahren: die ersten Gaimersheimer Böllerschützen der Männerschützengesellschaft, die auch Frauen zugelassen haben. - Foto: oh

Gaimersheim (DK) Ihr 25-jähriges Bestehen feiern die ersten Gaimersheimer Böllerschützen der Männerschützengesellschaft. Das Jubiläum ist ins 25. Gaimersheimer Volksfest eingebettet. Die Wurzeln des Böllerschießens reichen zurück bis ins 14. Jahrhundert.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde in Gaimersheim das Salutschießen im Jahr 1623 zum Fest "Corpus Christi". Knapp 150 Jahre später erscheint in einer Gemeinderechnung erstmals der Ausdruck "Böller", wobei Ausgaben für Pulver und Abschießen der Böller angeführt sind.

Wie in Archivunterlagen nachzulesen ist, wurde bei verschiedenen Anlässen mit Böllern geschossen: 1756 zur Abreise eines arabischen Prinzen, 1844 anlässlich der Primizfeier von Josef Liepold, 1878 zum Einzug des neuen Ortspfarrers Josef Heimbucher, 1891 zur Feier des 70. Geburtstags seiner Hoheit Prinzregent Luitpold und 1896 zum Empfang des Eichstätter Bischofs.

In der Marktrechnung von 1818/19 ist vermerkt: Da die alten Böller schon sehr abgenutzt waren, so dass sie ohne Gefahr gar nicht mehr abgebrannt werden konnten, wurden beim herzoglich-leuchtenbergischen Berg- und Hüttenwerk Obereichstätt gegen Dreingabe der fünf alten Böller sechs neue Böller gekauft. Die sechs Böller wurden gegen zehn Gulden und neun Kreuzer ausgehändigt.

Die Väter der ersten Gaimersheimer Böllergruppe waren 1983 der damalige Schützenmeister der Männerschützen, Werner Kammermeier, Andreas Nerb (gestorben 1999), Matthias Sichert (gestorben 1993) und Johann Maier. Der erste öffentliche Auftritt, damals noch mit Vorderladern, fand 1983 zum 75-jährigen Bestehen des TSV Gaimersheim statt.

Mit den Jahren wuchs die Gruppe auf 25 Böllerschützen, darunter vier Frauen, an. Bei Geburtstagen, Hochzeiten und Jubiläen innerhalb des Vereins treten die Böllerschützen in Aktion. Unvergessliche Erlebnisse waren die Eröffnung des Main-Donau-Kanals im September 1992 an der Europäischen Wasserscheide bei Pierheim (Landkreis Roth) und das Fest zum zehnjährigen Bestehen des Kanals 2002 mit einem Böllerschießen in Beilngries.

Feste Termine der Böllerschützen sind der Neujahrstag in Gaimersheim, wobei auch schon beim Landrat und beim Bischof in Eichstätt geböllert wurde, das Maibaumaufstellen, das Gaimersheimer Volks- und Heimatfest und das Ingolstädter Herbstfest sowie das bayerische Böllerschützentreffen, das 1994 in Gaimersheim von den Männerschützen ausgerichtet wurde. 1998 wurde zur Einweihung der renovierten katholischen Pfarrkirche geböllert, ebenso bei der Einweihung der zweiten Bahnunterführung am Kraiberg.

Zahlreiche Jubiläen, wie etwa 50 Jahre Gau Ingolstadt und 50 Jahre Sektion Gaimersheim, Sektionswallfahrten, bayerischer Schützentag in Ingolstadt, 50 Jahre Gau München rund um den Olympiasee, Polizeisport-Europameisterschaften in Hochbrück und zuletzt 850 Jahre München auf der Theresienwiese in München wurden von den ersten Gaimersheimer Böllerschützen mitgestaltet.

Zu deren eigenem Jubiläum kommen die Böllerschützengruppen aus dem Gau Ingolstadt und den benachbarten Schützengauen. Knapp 200 Böllerschützen und einige Kanonen werden am Sonntag gegen 13 Uhr auf dem Schießplatz auf der Wiese zwischen dem Feuerwehrhaus und dem Retzbach Aufstellung nehmen und gegen 13.30 Uhr verschiedene Reihenfeuer, Gruppenfeuer und einen gemeinsamen Salut schießen. Nach dem Rückmarsch zum Festzelt werden die Schießgeräte getauscht und mit dem Luftgewehr im gläsernen Schießstand neben dem Festzelt eine Jubiläumsscheibe ausgeschossen, die von den Gründungsmitgliedern Werner Kammermeier und Johann Maier gestiftet wurde. Mit der Siegerehrung gegen 16 Uhr und gemütlichem Beisammensein klingt das Festgeschehen aus.