Freystadt
Johannes Pistorius holt Silber bei deutscher Meisterschaft

Badmintonspieler des TSV Freystadt schafft es mit seinem neuen Doppelpartner Lukas Resch überraschend ins Finale

02.02.2020 | Stand 23.09.2023, 10:18 Uhr |
Stephan Pistorius
Der TSV Freystadt hat einen neuen deutschen Vizemeister: Johannes Pistorius schafft es überraschend ins Finale. Dort ist er mit seinem neuen Doppelpartner Lukas Resch (2. v. r.) gegen Bjarne Geiss (links) und Jan Collin Völker aber chancenlos. −Foto: Mehlich (Archiv), Pistorius

Freystadt - Johannes Pistorius hat bei den deutschen Meisterschaften in Bielefeld die Silbermedaille geholt.

Der Badmintonspieler des TSV Freystadt stand bei den 68. nationalen Titelkämpfen zum zweiten Mal nach 2018 im Finale im Herrendoppel. Dort unterlag er mit Lukas Resch allerdings Bjarne Geiss und Jan Collin Völker.

Doch alleine mit dem Sieg im Halbfinale gelang Pistorius eine echte Überraschung. Mit Resch vom 1. BC Bonn-Beuel, mit dem er bis zu diesem Turnier noch nie zusammengespielt hatte, gewann er in drei Sätzen gegen die an Nummer eins gesetzten Peter Käsbauer (BC Saarbrücken) und Jones Jansen (BC Wipperfeld). Pistorius-Resch zeigten wenig Respekt gegenüber dem auf Platz 36 der Weltrangliste platzierten Duo, das sich Hoffnungen auf die olympischen Spiele machen kann. Im Finale trafen Pistorius-Resch auf Bjarne Geiss und Jan Collin Völker. Dort konnten sie ihre Halbfinalleistung allerdings nicht wiederholen und verloren klar in zwei Sätzen.

Die Meisterschaft fand wie in den Vorjahren in der 5000 Zuschauer fassenden Seidensticker Halle in Bielefeld statt. Mit Hannes Gerberich war ein zweiter Spieler des TSV Freystadt im Feld der besten deutschen Badmintonspieler. Gerberich hatte im Herreneinzel allerdings Pech bei der Auslosung. Nach einem Sieg in der ersten Runde kam für ihn das frühe Aus gegen den späteren Halbfinalisten Samuel Hsiao. Nicht viel besser ging es Johannes Pistorius im gemischten Doppel, als er überraschend mit Stine Küspert (BW Wittorf-Neumünster) bereits in der dritten Runde die Segel streichen musste.

Im Herrendoppel war Johannes Pistorius mit Daniel Hess an Position drei gesetzt. Hess musste allerdings absagen, da er im Moment nach seiner Verletzung noch in der Aufbauphase steht und ein Start mit einem zu hohen Risiko verbunden gewesen wäre. Pistorius hatte Glück, nachdem er kurzfristig mit dem Bonner Nationalspieler und Einzelspezialist Lukas Resch noch einen Ersatzpartner gefunden hatte. Die beiden kennen sich von der Nationalmannschaft und von den Bundesligaspielen zwischen dem TSV Freystadt und dem 1. BC Bonn. Die ersten drei Runden überstanden sie ohne Probleme und setzten sich auch im Viertelfinale gegen die Bundesligaspieler Jonas Burger und Lukas Burger nach Anfangsschwierigkeiten sicher in drei Sätzen durch. Im Halbfinale erlebten die Zuschauer einen wahren Badmintonkrimi. Im ersten Satz waren Pistorius-Resch immer in Führung, unterlagen aber den mehrfachen deutschen Meistern Peter Käsbauer-Jones Jansen mit 18:21. Den zweiten Satz gewannen Pistorius-Resch mit 21:15. Der Entscheidungssatz verlief sehr ausgeglichen Pistorius-Resch hatten mehrere Matchbälle, schließlich verwandelte Pistorius einen Schmetterball zum 24:22. "1000 Trainingsstunden für einen Moment", sagte Johannes Pistorius nach diesem herausragenden Sieg.

Nachdem der Freystädter über acht Monate pausieren musste, war es für ihn sein erster nationaler Wettkampf seit zwei Jahren und er zeigte sich überglücklich über diesen Erfolg. Im Finale trafen Pistorius-Resch auf die international gut eingespielten Nationalspieler Bjarne Geis (BW Wittorf-Neumünster) und Jan Collin Völker (TV Refrath). Schnell lagen Pistorius-Resch mit sechs Punkten hinten und konnten den Rückstand nicht mehr aufholen. Der erste Satz endete 17:21. Auch im zweiten Satz fanden Pistorius-Resch nie richtig ins Spiel und unterlagen mit 11:21. Für das Freystädter Eigengewächs bedeutete dies nach 2018 die zweite Silbermedaille, nachdem er 2019 verletzt bei der DM pausieren musste. Er hofft jetzt, dass sein Doppelpartner Daniel Hess wieder schnell spielen kann, um auf internationaler Ebene angreifen zu können.

Parallel zur deutschen Meisterschaft fanden in Europa zahlreiche nationale Meisterschaften statt, bei denen einige Freystädter Bundesligaspieler ebenfalls groß auftrumpfen. Kristin Kuuba wurde dreifache estnische Meisterin, in Österreich holten Leon Seiwald und Serena Au Yeong Silber, auch Freystadts Engländer, Max Flynn und Fee Liew, holten eine Medaille im Mixed.

In Freystadt freut man sich nun auf das kommende Bundesliga-Wochenende. In Bestbesetzung mit allen Medaillengewinnern empfängt der TSV in der heimischen Mehrzweckhalle am Samstag (16 Uhr) den 1. BC Bonn mit dem deutschen Einzelmeister Max Weißkirchen. Am Sonntag (15 Uhr) schlägt dann der mit Stars und Olympiakandidaten gespickte amtierende deutsche Mannschaftsmeister BC Saarbrücken in Freystadt auf. Die auf Platz eins liegenden Saarländer haben angekündigt, in Bestbesetzung zu kommen.

HK


 

Stephan Pistorius