Motorsport

"Jeder greift bei jeder Gelegenheit an"

Pfaffenhofener Marius Zug kehrt mit den Plätzen 16 und 18 von seiner DTM-Premiere in Portimao zurück

04.05.2022 | Stand 04.05.2022, 15:51 Uhr
Mit seinem neuen Audi R8 ging der Pfaffenhofener Rennfahrer Marius Zug bei seiner DTM-Premiere in Portimao an den Start. Mit dem Speed im Qualifying zeigte sich der 19-Jährige dabei schon zufrieden. −Foto: DTM

Pfaffenhofen/Portimão - Am Wochenende war es soweit: Marius Zug fuhr in Südportugal seine ersten beiden DTM-Rennen.

Die Rennstrecke in Portimão wird wegen ihrer extremen Steigungen und Abfahrten auch "Algarve-Achterbahn" genannt. Der Pfaffenhofener Rennfahrer indes erreichte hier die Plätze 18 (Samstag) und 16 (Sonntag). Wie zufrieden er mit seinen Ergebnissen ist und wie er das Szenario beim Saisonauftakt erlebt hat, erklärt der 19-Jährige im Interview.

Herr Zug, wie lief ihr erster DTM-Renntag?
Marius Zug: Im Qualifying am Samstagmorgen war ich in dichtem Verkehr unterwegs - das hat mich aufgehalten. Auch deswegen schaffte ich es nur auf Position 22. Im Rennen ging es dann vom schlechten Startplatz noch bis auf Rang 18 nach vorne. Da habe ich aber mehr von Ausfällen profitiert, wenn du von so weit hinten starten musst, dann wird es eben schwierig. Es war aber schon mal nicht schlecht, das erste Rennen komplett durchzufahren - so konnte ich hilfreiche Erfahrungen sammeln.

Das klingt danach, als wäre noch Luft nach oben gewesen? Zug: Sicher - und beim Sonntags-Zeittraining lief es schon mal deutlich besser, Platz 14 war zwar auch nicht herausragend, aber ich hatte das Gefühl, dass wesentlich mehr drin gewesen wäre. Das Rennen war dann vom Start bis zur Zielflagge grün, also ohne Safety-Car-Phase. Und bei so einem Long-Run müssen wir uns auf alle Fälle noch steigern, damit wir weiter vorne ins Ziel kommen, als auf Platz 16.

Die Rennstrecke in Portimão gilt als modern und herausfordernd, wie haben sie die Bedingungen empfunden?
Zug: Leider kamen nur wenige Fans, aber diese Strecke ist fantastisch - es hat großen Spaß gemacht, darauf zu fahren. Jedoch war es sehr schwierig, eine schnelle Runde zu hinzubekommen, weil man hier nur selten alle Kurven gut erwischt.

Bisher fuhren sie ihre Rennen im Rahmen der Italienischen GT-Meisterschaft, jetzt bestreiten sie DTM-Rennen. Was ist hier anders?
Es geht noch härter zur Sache, denn das Fahrerfeld ist sehr, sehr stark. Wenn man 16. wird, schaut das auf dem ersten Blick nicht gut aus, sieht man aber, welche namhaften Piloten um Position 20 herum platziert sind, dann relativiert sich das. Für alle gibt es nur eine Richtung: Nach vorne. Jeder Fahrer greift bei jeder Gelegenheit an, aber es geht auch fair zu und da macht es Spaß, dabei zu sein. Es geht um Nuancen, macht man den kleinsten Fehler, dann kann dieser dramatische Folgen haben.

Wie zufrieden waren sie mit ihrem neuen Rennfahrzeug, dem Audi R8?
Zug: Über die Renndistanz müssen wir uns verbessern und da werden wir sicher alle Ressourcen reinstecken. Der Speed im Qualifying-Modus machte uns aber schon ganz happy, denn es waren tatsächlich die Staus, die mich ausgebremst haben.

In der DTM-Teilnehmerliste tauchen sie als jüngster Pilot auf - gab es am Wochenende auch Tipps von erfahrenen Konkurrenten?
Zug: Tipps von den Gegnern? Das ist bei dieser Art von Wettfahrten eher schwierig (lacht). Denn, wie erwähnt: Hier will jeder selber nach vorne fahren. Klar schauen manche Berichterstatter auf mich, weil ich der jüngste Pilot bin. Mir wäre es bei den nächsten Rennen aber lieber, wenn ich deswegen Aufmerksamkeit bekomme, weil ich starke Rennen fahre.

Das Gespräch führte
Erhard Wallenäffer