Eichstätt
Im Dialog mit den Landwirten

Schlechtes Image, Düngeverordnung, Volksbegehren - JU informiert sich auf dem Bauernhof

23.01.2020 | Stand 02.12.2020, 12:08 Uhr
Informierten sich über die Nöte der Landwirte: Die Kreistagskandidaten der Jungen Union auf dem Hof der Familie Pröll. −Foto: Pfahler

Eichstätt - Die Kreistagskandidaten der Jungen Union informierten sich auf dem Hof der Familie Pröll aus Landershofen über die Landwirtschaft und die Herausforderungen, denen sich die Landwirte derzeit gegenübersehen.



Wie die JU in ihrer Mitteilung schreibt, wirkt der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Pröll auf den ersten Blick wie aus dem Bilderbuch. Doch nachdem Klaus Pröll und Juniorchef Martin die grundlegenden Fakten zum Hof mit rund 100 Kühen dargelegt haben, wird schnell klar, dass es sich um keine Bilderbuch-Idylle handelt. Denn die Prölls haben, wie viele andere Landwirte auch, mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen.

Das fängt beim schlechten Image der Bauern in der Bevölkerung an. Teils sei dies "selbstverschuldet", wie Klaus Pröll erklärt: "Wenn man Samstagnachmittag in der Nähe von Wohngebieten Gülle fährt, muss man sich nicht wundern, dass die Leute sauer sind. " Diese würden sich zu Recht auf ihr Wochenende freuen und wollen "in Ruhe auf der Terrasse ihren Kaffee trinken".

Doch in anderen Bereichen sieht man sich zu Unrecht in der Kritik. Dies fängt bei der Düngeverordnung an: "Wir wissen genau, wie viel Dünger unsere Pflanzen brauchen", führt Martin Pröll aus. Die Annahme, man würde achtlos düngen, hält er für abwegig. Dies sei schließlich mit Kosten und zeitlichem Aufwand verbunden.

Ähnlich kritisch sieht er die Neuregelung bei den Gewässerrandstreifen. Infolge des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" dürfen diese auf einer Breite von fünf Metern nicht mehr ackerbaulich genutzt werden. "Natürlich muss man Gewässer vor dem Eintrag von Gülle und Dünger schützen. Doch gerade für die kleinstrukturierte Landwirtschaft ist diese starre Regelung existenzgefährdend", erklärt der Junior, der selbst auf der Kreistagsliste der JU kandidiert.

Eine weitere Schwierigkeit sei, dass die Unterstützung der verschiedenen Ämter bei Problemen und Anliegen der Bauern oft nur eingeschränkt möglich ist, da die gesetzlichen Vorgaben den Spielraum sehr begrenzen.

In diesem Bereich sehen die Kreistagskandidaten der Jungen Union nach ihren Angaben Potenzial für Verbesserungen. Zwar seien viele der aufgeführten Probleme nur durch geändertes Verbraucherverhalten oder auf Landes- und Bundesebene zu lösen. Doch auf Kreisebene könne man den Dialog zwischen Ämtern und Landwirten fördern und auf die Bedürfnisse der Bauern aufmerksam machen. Außerdem will man dafür werben, bürokratische Vorschriften großzügig auszulegen. Der Kreistag sei dafür "genau das richtige Gremium", sagte Kreistagskandidat Jakob Mosandl.

Auch bei der Nutzung der Abfallstoffe, die in der Landwirtschaft anfallen, gibt es hohe Hürden. Der Seniorchef beklagt vor allem die enormen baurechtlichen Vorgaben für die Biogasanlagen. Noch schlimmer sei aber, dass sich diese laufend ändern. Deswegen fehlt den Bauern die Planungssicherheit bei Investitionen in diesem Bereich, heißt es. Klaus Pröll geht noch einen Schritt weiter und stellt den Bezug zur Energiewende her: Statt die dezentrale Energiegewinnung auf dem Land zu fördern, baut man Trassen, um Bayern mit Strom aus Norddeutschland zu versorgen.

Diese Kritik konnten die Mitglieder der Jungen Union nur zu gut nachvollziehen und zeigten sich begeistert von den Möglichkeiten der dezentralen Energiegewinnung. So bleib auch die Wertschöpfung in der Region. Folglich will man sich im Kreistag nicht nur für mehr Verständnis für die Landwirtschaft, sondern auch für die einfachere Umsetzung solcher Projekte einsetzen.

EK