Eichstätt

"Ich bin anders"

"TheMusUnit" ist ein interkulturelles Musik- und Theaterprojekt für junge Leute

15.03.2019 | Stand 02.12.2020, 14:26 Uhr
Ausdrucksstark setzt sich "TheMus Unit" mit dem Thema Anderssein auseinander. −Foto: Treffer

Eichstätt (EK) Anders ist nicht immer nur schwarz-weiß. Anders hat viele Gesichter und Geschichten. Wer bestimmt das Anderssein und wo fängt es überhaupt an? Mit diesem Thema beschäftigt sich die Jugendtheater- und Musikgruppe "TheMusUnit" seit einem halben Jahr. Durch intensive Auseinandersetzungen entwickelte die Gruppe eigene Szenen zum Thema.

"TheMusUnit" wurde von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Eichstätt in Zusammenarbeit mit Studierenden der Theater- und Musikpädagogik der KU ins Leben gerufen und wird vom Bayerischen Jugendring aus Mitteln zur Umsetzung des Kinder- und Jugendprogramms der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Das Projekt findet im Zuge der Aktion "Change yourself to change the world" statt, die verschiedenste Begegnungs- und Dialogmöglichkeiten für einheimische und Jugendliche und junge Erwachsene mit Flucht- oder Migrationshintergrund schaffen will.

Entstanden ist daraus eine bunt gemischte Gruppe von jungen, mutigen und kreativen Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren. Bis Ende April arbeiten sie noch daran, ihr Stück zu einer Einheit zu vollenden. Eine Art Collage war bereits jetzt im Rahmen des Projekts "hEImat" im sehr gut besuchten Agape-Saal der KHG zu sehen. Das ausdrucksstarke, lebendige und intensive Schauspiel der jungen Akteure und Akteurinnen schaffte eine gespannte Atmosphäre im Saal. Anderssein wurde in dieser knappen Stunde nicht nur aus unterschiedlichen Perspektiven, sondern auch durch verschiedene Theaterformen behandelt. Neben dem Sprechtheater war eine Choreografie mit eigener Musik zu sehen und in einem selbstgemachten Video stellte sich das Ensemble vor. Anders als bei einem gewöhnlichen Theaterstück wurde hier der ganze Raum als Bühne genutzt. Unterschiedliche Musik-, Licht- und Toneffekte füllten abwechselnd den Raum und brachten das Publikum zum Staunen.

In der anschließenden Fragerunde stellten sich die Schauspieler und Schauspielerinnen einigen neugierigen Fragen des Publikums. Auf die Frage, wie es ihnen mit dem Thema ergangen sei stellten sie fest, dass die Erarbeitung des Stücks ein wichtiger persönlicher Prozess für sie gewesen sei, bei dem sie sich als Gruppe sehr nahe gekommen seien. Sie hätten erkannt, dass sie zwar alle total verschieden seien, aber zugleich viele Gemeinsamkeiten hätten, die sie miteinander verbänden. Das Anderssein sei das eigentlich Normale. Die Ausschnitte ihres Stücks brachten auch die Anwesenden zum Nachdenken über das Anderssein und ließen sie neugierig zurück. Mehr von dieser einmaligen Gruppe wird am 27. und 30. April 2019 bei der Premiere zu sehen sein.