Hundszell

Fußball neben Friedhof?

BZA Südwest verhandelt die Erweiterung des Südfriedhofs und den Standort eines Handy-Masts

22.02.2021 | Stand 26.02.2021, 3:33 Uhr
5G-Standort: Hier, an der Südwest-Ecke des Ingolstädter Südfriedhofs soll ein neuer Handy-Mast errichtet werden. −Foto: Eberl

Hundszell - Mit der Überschrift "einmal rund um den Südfriedhof" könnte man die Themen der jüngsten Sitzung des Bezirksausschuss (BZA) Südwest ganz gut verorten.

Bei der Zusammenkunft Ende vergangener Woche im Jugendheim Hundszell beherrschten vor allem drei Themen die Tagesordnung: Die Errichtung eines 5G-Funkmasts an der südwestlichen Ecke Südfriedhofs, das dritte Fußballfeld des SV Haunwöhr an fast der gleichen Stelle und die Erweiterung der Kleingartenanlage am Schmalzbuckel. Wobei die drei Themen auch noch miteinander verquickt sind.

Doch der Reihe nach: Das erste größere Thema des Abends war ein von der Telekom geplanter 5G-Handymast auf der Erweiterungsfläche des Südfriedhofs, einem Eck an dessen südwestlichem Rand. Hier war ein Vertreter der Telekom zugeschaltet, die gerade dabei ist, flächendeckend ein Netz dieser Funktürme über Ingolstadt zu ziehen. Weil dieses Netz eine möglichst lückenlose 5G-Versorgung bieten soll, nannte der Telekom-Vertreter den anvisierten Standort "aus unserer Sicht alternativlos". Dennoch scheint dem BZA vor allem die Nähe zum Wohngebiet zwischen dem Aldi an der Fauststraße und der Straße "An der Lagerschanze" nicht so recht zu schmecken. BZA-Vorsitzender Stefan Huber (CSU) will daher noch mal eine Errichtung des Masts einige hundert Meter südlich Richtung Gartenamt prüfen lassen. Ein Ortstermin soll für mehr Klarheit sorgen. Auch darüber, wie weitreichend bei einer Standortverschiebung der Eingriff in den zweiten Grünring der Stadt zu bewerten wäre.

Eine erneute Prüfung - das war auch das Ergebnis des zweiten großen Themenblocks Erweiterung Südfriedhof / SV Haunwöhr / Kleingartenanlage am Schmalzbuckel: Die Vorsitzenden des SV Haunwöhr, Waldemar Ott und Tobias Köhler, waren in die Sitzung gekommen, um ihre Unzufriedenheit mit dem Standort der dritten Fußballfläche des Vereins zu unterstreichen. Beim derzeitigen Standort am Südrand des Südfriedhofs seien (vor allem bei einer Erweiterung des Friedhofs) Konflikte vorprogrammiert: Während auf der einen Seite ein Mensch beerdigt werde, werde wenige Meter daneben Fußball gespielt - "ein absolutes Unding", so Ott. Man müsse mit dem äußerst pietätlosen Fall rechnen, dass ein Fußball in eine Beerdigungsgesellschaft fliege.

Die Sportler schlugen daher einen Tausch vor: Der dritte Fußballplatz des SV Haunwöhr solle westlich der Schrobenhausener Straße und südlich der Kleingartenanlage am Schmalzbuckel (Anschrift: Am Schächer) errichtet werden. Die an dieser Stelle vorgesehene Erweiterung der Kleingartenanlage solle stattdessen südlich des Südfriedhofs über die Bühne gehen. Was allerdings gleich zu der Frage führte, ob ein Friedhof und eine Kleingartenanlage Garanten für eine gütliche Nachbarschaft seien. Nun soll jedenfalls erst einmal die Stadtverwaltung prüfen, ob der anvisierte Tausch überhaupt im Bereich des Möglichen liegt.

DK


Markus Schwarz