Roth

Erfolgsprojekt sucht zusätzliche Unterstützer

Landkreis Roth braucht mehr "Wegbegleiter" - Experten im Pflegebereich helfen Auszubildenden auf dem Weg zum Abschluss

02.11.2020 | Stand 02.12.2020, 10:13 Uhr

Roth - Vor rund sechs Jahren startete - angesichts des allgemeinen Fachkräftemangels im Pflegebereich - ein Modellprojekt im Landkreis Roth.

Erklärtes Ziel war es, Ausbildungsabbrüche in der Pflegeausbildung zu verhindern. Gesucht werden jetzt wegen des großen Bedarfs noch zusätzliche Unterstützer.

Angestoßen wurde das Projekt von der Berufsfachschule für Altenpflege in Roth und dem Regionalmanager Stefan Forster. Kooperationspartner wurden gesucht und gefunden und so entwickelte sich das Projekt mit dem Titel "Wegbegleiter" zu einem Erfolgsmodell.

Das Prinzip ist dabei: Die in der Pflege erfahrenen "Senior-Experten" unterstützen ehrenamtlich Schülerinnen und Schüler, damit diese erfolgreich ihre Ausbildung abschließen. Aufgrund der guten Erfahrungen - die Abbruchrate wurde in der Altenpflegeausbildung auf die Hälfte reduziert - ist seit 2018 auch die Fachschule für Krankenpflege mit im Boot.

Das Projekt, das bereits weit über die Landkreisgrenzen Beachtung findet, wird seit Beginn von der gemeinnützigen Stiftung "Senior Experten Service" (SES) begleitet. Im Rahmen ihrer Initiative VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) unterstützen SES-Experten bereits seit Jahren Auszubildende. Da sich die Initiative damals auf die Bereiche Industrie und Handwerk fokussierte, wurde mit dem Modellprojekt im Landkreis Roth Neuland im Pflegebereich betreten.

Im Rother "Wegbegleiter"-Projekt, koordiniert von der Kontaktstelle für Bürger-Engagement"für einander", engagieren sich erfahrene Fachkräfte aus dem Pflegebereich ehrenamtlich für Auszubildende in Pflegeberufen. Sie stehen ihnen bei Problemen - gleich ob persönlicher oder fachlicher Art - mit Rat und Tat zur Seite. In enger Kooperation mit den Fachschulen für Alten- und Krankenpflege im Landkreis wird den Auszubildenden das Unterstützungsangebot vorgestellt.

Und so funktioniert das Projekt: Schüler, die das Angebot wahrnehmen möchten, schildern der ehrenamtlichen Projektleiterin Heidi Gallus ihren individuellen Unterstützungsbedarf. Im Anschluss wird aus dem Team der Ehrenamtlichen nach einer passenden "Wegbegleiterin" oder einem "Wegbegleiter" gesucht und der Kontakt hergestellt. Bei einem ersten Kennenlerntreffen vereinbaren die beiden Partner ganz individuell die Konditionen der Begleitung. Wenn klar ist, dass es das Duo miteinander versuchen will, wird eine Probezeit vereinbart, in der beide Parteien überprüfen können, ob die Chemie stimmt. Die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen führten in den vergangenen Monaten dazu, dass die Ehrenamtlichen auch digitale Wege des Coachings und der der Betreuung fanden.

Die Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Jahren von "Wegbegleitern" unterstützt wurden, bestätigten oft, dass die fachliche und menschliche Zusammenarbeit wesentlich zum erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung beigetragen hat. Die "Wegbegleiter" selbst freuen sich über die unübersehbaren Entwicklungsfortschritte ihrer Schützlinge und äußern immer wieder, dass es auch für sie ein Gewinn ist, im persönlichen und fachlichen Bereich neue Impulse zu erhalten und auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Aktuell engagieren sich bereits 15 ehrenamtliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter aus dem Landkreis Roth für dieses Projekt. Wegen des großen Bedarfs in diesem Jahr konnten jedoch bisher noch nicht alle Auszubildenden an ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter vermittelt werden. Die Kontaktstelle für Bürger-Engagement "für einander" sucht daher dringend noch weitere Unterstützer mit fachlichem Wissen aus dem Pflegebereich oder anderen medizinischen Fachbereichen. Ansprechpartnerin ist Anne Thümmler von "für einander" unter der Telefon (09171) 811125 oder per E-Mail an annegret. thuemmler@landratsamt-roth. de.

HK