Halsbach
Eine sehr alte, lebendige Bruderschaft

Rund 400 Pilgern feiern in der Halsbacher Schutzengelkirche gemeinsam eine Heilige Messe

07.09.2014 | Stand 02.12.2020, 22:16 Uhr |

Beim traditionellen Schutzengelfest war der Platz vor der Kirche gefüllt. Die heilige Messe unter freien Himmel zelebrierte Hörzhausens Pfarrer Dominik Zitzler vor über 400 Gläubigen aus dem Aichacher- und Schrobenhausener Land. Mit einer Dankandacht in der Halsbacher Schutzengelkirche endete das Schutzengelfest - Fotos: Endres

Halsbach (SZ) Bei herrlichem Spätsommerwetter kamen gestern wieder weit über 400 Gläubige aus dem Schrobenhausener und Aichacher Land in dem kleinen Ort Halsbach (Pfarrei Hörzhausen) am westlichen Zipfel des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen.

In den Halsbacher Annalen ist niedergeschrieben, dass das Schutzengelfest erstmals am ersten Sonntag im September des Jahres 1789 gefeiert wurde. Solange geht diese Tradition schon zurück. 77 Mitglieder schrieben sich damals in die Schutzengelbruderschaft ein. Mittlerweile gehören der Bruderschaft über 400 Gläubige, Männer, Frauen und auch Kinder, an – Tendenz gleichbleibend.

Der festlich geschmückte Platz vor der kleinen Kirche war wieder vollgefüllt, als Pfarrer Dominik Zitzler die Gläubigen begrüßte. In der alttestamentlichen Lesung aus dem Buch Exodus ist schon von Engel die Rede, die den Menschen beistehen. „Das Wort Engel kommt stammt aus dem griechischen Wort Angelos, dass in deutscher Sprache übersetzt Bote oder Botschaft heißt“, begann Pfarrer Zitzler seine Predigt. Engel seien Boten des Leben, das von Gott kommt. Pfarrer Zitzler zitierte den katholischen Priester Dichter und Schriftsteller Wilhelm Willms mit einem Engelliedtext: „Welcher Engel wird uns sagen, dass das Leben weitergeht, welcher Engel wird wohl kommen, wer den Stein vom Grabe hebt? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein? Welcher Engel wird uns zeigen, wie das Leben zu bestehn? Welcher Engel schenkt uns Augen, die im Keim die Frucht schon sehn? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein? Welcher Engel öffnet Ohren, die Geheimnisse verstehn? Welcher Engel leiht uns Flügel, unsern Himmel einzusehn? Wirst du für mich, werd ich für dich der Engel sein“ In diesen Liedstrophen seien so ziemlich alle Gedanken enthalten, wie sich Menschen über die Engel Gedanken machen, so der Priester. Zu den Klängen der Blasmusik wurden die Lieder aus der Schubert-Messe gesungen.

„So ein Fest kann nur organisiert werden, wenn es viele freiwillige Helfer gibt. Ich danke allen, die mitgeholfen geholfen haben – besonders Else Heigl, die jedes Jahr unermüdlich dieses Fest vorbereitet“, lobte Dominik Zitzler zum Schluss des Gottesdienstes die gute Organisation.

Wie schon in den vergangenen Jahren war für die Pilger wieder ein Zelt aufgestellt und der Altarbereich überdacht worden. Im Anschluss an die Heilige Messe waren die zahlreichen Gläubigen zum gemeinsamen Mittagessen und zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Die gesamte Kollekte und der Tageserlös kommen dem Unterhalt der kleinen historischen Kirche zugute.

Mit einer Dankandacht in der Kirche wurde das Schutzengelfest beendet. Die Pilger hatten Gelegenheit sich in die Schutzengelbruderschaft eintragen zu lassen.