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Eine "Klagemauer" aus leeren Kartons

Mit ihrer Aktion macht die Parents-for-Future-Ortsgruppe in der Lenbachstraße auf sich aufmerksam

19.03.2021 | Stand 24.03.2021, 3:34 Uhr
Julia Röder
Renate Schwäricke engagiert sich seit eineinhalb Jahren bei den Parents for Future. −Foto: Röder

Schrobenhausen - Unter dem Motto "KeineLeerenVersprechungenMehr" hat sich die Parents-for-Future-Ortsgruppe Schrobenhausen am Freitagnachmittag am weltweiten Klimastreik beteiligt.

"Die diesjährigen Wahlen sind Klimawahlen und wir wollen einfach keine leeren Versprechungen seitens der Politik mehr akzeptieren", sagt Renate Schwäricke, die sich seit der Gründung der Ortsgruppe bei den Parents for Future engagiert.

Was in der kommenden Legislaturperiode entschieden werde, so die Ortsgruppe, werde ausschlaggebend sein, ob man dem Pariser Klimaschutzabkommen und damit der Verantwortung der jungen Generation gegenüber gerecht werde oder ob Zukunft nur ein weiteres leeres Versprechen sei. "Wir haben eine klare Vision für 2021 und werden dieses Jahr noch einmal all unsere Kräfte mobilisieren", betont Schwäricke.

Für den Bürgermeister und die Stadtverwaltung gut sichtbar haben die Parents for Future deshalb am Freitagnachmittag eine "Klagemauer" in Form von Kartons aufgebaut, "die für einen Haufen leerer Versprechungen stehen, die uns die Politik immer wieder macht", so die studierte Umweltwissenschaftlerin. Einen Inhalt suchte man in den Kartons vergebens, sie blieben alle leer. Auch wenn schöne Dinge darauf notiert waren wie "Insektenschutz", wo doch in der Realität viele Insektengefährdende Mittel nach wie vor erlaubt seien. Auf einer anderen Kiste stand "Zukunft für alle", in Wahrheit befinde sich die Welt aber im sechsten Massensterben, so Schwäricke, wogegen nichts unternommen werde. Der Klimawandel zeige schon jetzt massive Auswirkungen: "Wir haben hier in Bayern bereits lange Dürrephasen, unsere Wälder sterben", sagt die Umweltaktivistin. Auch global gebe es überall bereits Umweltkatastrophen, gegen die nichts unternommen werde. Auf einem dritten Karton ist das "1,5-Grad-Ziel" notiert, zu dessen Einhaltung sich auch Deutschland mit einer Unterschrift verpflichtet hat. "Diese 1,5 Grad haben wir jetzt schon fast erreicht und passiert ist seitens der Politik noch viel zu wenig", betont die Schrobenhausenerin. Es müssten schnell und massiv Maßnahmen ergriffen werden, um dieses Ziel noch zu erreichen, "das schaffen wir nicht ohne die Politik. "

Mit leeren Klopapierrollen wollten die Aktivisten den politischen Entscheidungsträgern symbolisch ein Banner aus ihren bisherigen leeren Worthülsen vorhalten. Speziell für Schrobenhausen wünscht sich Schwäricke ein neues Verkehrskonzept, außerdem solle darauf verzichtet werden, neue Straßen zu bauen. Der motorisierte Individualverkehr sei in Zukunft nicht mehr denkbar, ist Schwäricke überzeugt. "Wir müssten außerdem den Fahrradverkehr sehr viel sicherer und interessanter machen für die Schrobenhausener", so die Dreifachmutter. Auch die öffentlichen Verkehrsverbindungen müssten deutlich interessanter werden. "Und ich würde mir wünschen, dass wir sehr viel pfleglicher mit unseren Bäumen umgehen, die ja CO2 speichern, da gibt es noch einiges zu tun. " Schwäricke würde es zudem begrüßen, dass es in Schrobenhausen weniger To-go-Kaffeebecher gibt, das müsste allerdings auch von der Stadt unterstützt werden. "Da gibt es ja durchaus Initiativen mit Pfandbechern, die man dann wieder in die Geschäfte bringt", so Schwäricke. So könnte man auch gleich noch Werbung für die eigene Stadt machen.

SZ


Julia Röder