Neuburg

Ein Instrument für Ohr und Herz

Pfarrei Oberhausen saniert historische Maerz-Orgel "Wer singt, betet doppelt"

21.11.2016 | Stand 02.12.2020, 19:01 Uhr

Foto: Winfried Rein

Neuburg (r) Dreifachen Grund zu feiern hatte die Pfarrgemeinde Oberhausen. Auf den Christkönigstag entfiel das Patrozinium des Schutzheiligen St. Clemens und gleichzeitig weihte die Gemeinde ihre glänzend sanierte Orgel ein.

Das Prachtstück des königlichen Hoforgelbauers Franz Borgias Maerz stammt aus dem Jahr 1901. Die Orgel begleitet die Oberhausener seitdem bei allen freudigen und traurigen Anlässen. Es erfolgten mehrere Umbauten, zuletzt im Jahr 1958. Die "Heuler und Aussetzer", die Spezialisten bei der Analyse feststellten, sind kein Thema mehr.

Die Maerz-Orgel verfügt über einen angenehmen Klang, wohltemperiert und nicht zu dominant in der Clemens-Kirche. Die Pfarrer Serge Senzedi und Walter Hroß reagierten begeistert, nachdem sie die ersten Töne vernommen hatten. Organistin Brigitte Pettmesser bediente Manual, Blasebalg, acht Register und 513 Pfeifen. Zuvor weihten und segneten die Geistlichen die erneuerte Orgel.

"Klangwellen" steuerte der gleichnamige Chor bei und machte den Festgottesdienst in der vollbesetzten Pfarrkirche zu einem Erlebnis. "Wer singt, betet doppelt", urteilt Augustinus und damit habe er zweifelsohne recht, findet Pfarrer Serge Senzedi. Die Orgelmusik in der Kirche erfreue die Herzen und könne "eine Brücke zu Gott bauen". Den Oberhausenern und ihren Gästen empfiehlt er, den Klängen der Maerz-Orgel zum "Durchatmen" in Ruhe zu lauschen.

Die Pfarrgemeinde steht hinter dem Projekt und hat - unter anderem mit "Pfeifen-Patenschaften" - 32 000 Euro an Spenden aufgebracht. Kirchenpfleger Roland Burgard bedankte sich am Ende des Gottesdienstes für diese Beteiligung. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass abzüglich von rund 20 000 Euro Fördermitteln noch 28 000 Euro aufzubringen seien. Die Gesamtkosten des Projektes liegen bei rund 84 000 Euro. Die Orgelbauer haben die Anlage von der Kirchenwand weggerückt, den Blasebalg wieder im Gehäuse untergebracht und den Spieltisch an die Vorderseite gestellt. Gleichzeitig ist die Empore saniert und stabilisiert worden. Nach Lage der Dinge, so Kirchenpfleger Roland Burgard, "wird unser Instrument auch die nächsten Generationen erfreuen."