Eichstätt

Eichstätt ergänzt Energiegenossenschaft

Landkreis schickt Vertreter in Vorstand und Aufsichtsrat – 55 000 Euro Einnahmen erwartet

24.09.2015 | Stand 02.12.2020, 20:46 Uhr

Führungsgremium erweitert: Aufsichtsrat Carl-Hans Hofstetter (links) und Vorstandsvorsitzender Peter Mießl (rechts) mit den neu gewählten Repräsentanten: Vorstandsmitglied Bernd Weber (2. von rechts), Wolfgang Braun (2. von links), Aufsichtsrat Josef Loderer (3. von links) und die Beirätin Andrea Mickel (3. von rechts) - Foto: ahl

Eichstätt/Unterhausen (EK) Einige Monate Gedankenaustausch sind der Generalversammlung der Bürger-Energie-Genossenschaft Neuburg-Schrobenhausen-Aichach vorausgegangen. Heraus kam eine erneute Erweiterung. Nach Aichach kam nun noch der Landkreis Eichstätt hinzu.

Daher wurden Vorstand (bisher Peter Mießl, Manfred Rößle, Alfred Seitz) und Aufsichtsrat (Leitung: Carlhans Hofstetter, Stefan Natzer) erweitert um Bernd Weber als Vorstandsmitglied und Josef Loderer als Aufsichtsrat. Neue Beiratsmitglieder sind Bürgermeisterin Andrea Mickel aus Gaimersheim, Sparkassenvorstand Karl-Heinz Schlamp aus Eichstätt und Bürgermeister Richard Mittl aus Mörnsheim.

Mickel erklärte, sie sei persönlich der BEG als Mitglied beigetreten, Mittl dagegen betonte, der Markt Mörnsheim sei ebenfalls Mitglied und werde von ihm vertreten. Beiratsmitglied aber ist der Bürgermeister natürlich als Person. Auf Vorschlag des Schrobenhausener Stadtwerkechefs und Beiratsvorsitzendem der BEG, Thomas Schneider, wurde Wolfgang Braun, Geschäftsführer der SolEnergie, ebenfalls in den Beirat gewählt.

Weil der Name langsam etwas zu lang werde, bat Mießl die Mitglieder um Namensvorschläge, die kürzer und prägnanter seien. Vorläufig aber bleibt es bei der Aneinanderreihung der beteiligten Landkreise, sodass die eG jetzt BEG Neuburg-Schrobenhausen-Aichach-Eichstätt heißt und die Satzung entsprechend angepasst wurde. Alle Beschlüsse fielen einstimmig.

Seit Jahresbeginn ist die mit 26 Mitgliedern Ende Juli 2103 gegründete Genossenschaft von 151 auf 226 Mitglieder angewachsen. Durchschnittlich halte jedes Mitglied Anteile in Höhe von etwa 1000 Euro, wobei es bei 100 Euro losgehe. Das Gesamtvolumen liegt bei 223 600 Euro, verwirklicht wurden Projekte für 873 000 Euro, somit liegt die BEG deutlich über den erhofften 700 000 Euro. „Dem erhofften Zuwachs an Nasen sind wir hinterher, aber beim Geld liegen wir im Plan“, fasste Rößle zusammen. Die ersten beiden Jahre galten als Anlaufjahre, erläuterte er den 39 anwesenden Mitgliedern. Im Gründungsjahr gab es noch keine Einnahmen, und auch die Ausgaben hielten sich mit 8340 Euro in Grenzen.

Für 2014, als die ersten Einnahmen von 7560 Euro generiert wurden, sprach Rößle von einem „anständigen Verlust“ von 17 105 Euro. Heuer soll sich erstmals das Bild drehen. Erwartet werden 55 500 Euro Einnahmen, sodass in der Jahresbilanz 5500 Euro plus herauskommen sollten. Nachdem 25 445 Euro Verlust aus den Vorjahren übertragen werden, wird zum Jahresende noch ein Minus von voraussichtlich 20 000 Euro vorhanden sein. Mießl bat die anwesenden Lokalpolitiker, sie sollten das Gespräch mit Landes- und Bundespolitikern suchen, da viele Vorschriften die Energiewende bedrohten. So werden Anlagen nur noch bis 100 kWp gefördert – größere Anlagen können somit nicht mehr rentabel gebaut und betrieben werden. Auch die Zehn-H-Regel sei hinderlich für die Energiewende.

Aufsichtsrat Carl-Hans Hofstetter erläuterte die wirtschaftliche Entwicklung der BEG und lobte die funktionierende Kommunikation mit dem Vorstand. Drei gemeinsame Sitzungen fanden statt, um grundsätzliche Entscheidungen zu treffen, die Projektauswahl zu besprechen und zu begleiten. Bei der Prüfung ergab sich keine Beanstandungen, ebensowenig bei der Prüfung durch den Genossenschaftsverband Bayern, der „sehr zufrieden“ gewesen sei und lediglich kleinere Formalien bemängelte. Das Controlling solle verstärkt werden, ergänzte Matthias Haile, der „Quasi-Geschäftsführer“ wie Mießl den jungen Mann vorstellte, der die Geschäfte führt, aber noch nicht offiziell ernannt ist. Lob gab es für die Unterhausener, die ihre drei Anlagen alle selber finanziert haben. „Wenn nur jeder dritte Ort ähnlich engagiert wäre, wäre die Energiewende kein Problem“, meinte Mießl.