Ehekirchen

Die Zentralkläranlage kommt

Gemeinderat Ehekirchen beschließt 5,7 Millionen teure Investition in die Abwasserreinigung

26.10.2016 | Stand 02.12.2020, 19:08 Uhr

Internet-Ausbau: Ehekirchen-West, Weidorf, Seiboldsdorf, Walda, Hollenbach, Buch, Ambach, Schönesberg, Schainbach, Haselbach, Dinkelshausen, Holzkirchen, Bonsal, Ried, Wallertshofen, Fernmittenhausen und Nähermittenhausen kommen in den Genuss von Fördermitteln. Einen entsprechenden Bescheid erhielt Bürgermeister Günter Gamisch (Mitte) von Finanzminister Markus Söder (links) und Staatssekretär Albert Füräcker. - Foto: Finanzministerium

Ehekirchen (lm) Mit einer erwarteten Investitionssumme von 5,7 Millionen Euro brachte der Gemeinderat Ehekirchen am Dienstag die neue Zentralkläranlage auf den Weg. Bis auf Haselbach und Ried, wo es weiterhin bei Hauskläranlagen bleiben soll, werden sämtliche Ortsteile daran angeschlossen.

Dafür wird mit Sicherheit nochmals mindestens das Doppelte der reinen Kläranlagen-Kosten fällig. Die wasserrechtlichen Bestimmungen lassen freilich keine Alternativen zu. Diese wären möglicherweise eine Reihe kleinerer Anlagen in verschiedenen Ortschaften gewesen. Alle in den zurückliegenden Jahren vorgenommenen Berechnungen zeigten aber, dass eine Zentralkläranlage immer noch die kostengünstigste Lösung ist, zumal die Stammgemeinde selbst dringend eine neue Kläranlage braucht. Die Kosten dafür waren auch schon mit 3,82 Millionen Euro veranschlagt. Die knapp zwei Millionen Euro teurere große Lösung ist dann auf 4750 anstatt 3000 Einwohnergleichwerte ausgerichtet und beinhaltet nach Einschätzung des Planers Stefan Steinbacher auf jeden Fall genügend Reserven für künftiges Wachstum der Gemeinde.

Bis zum Frühjahr sollen die Arbeiten für die neue Kläranlage ausgeschrieben werden, an reiner Bauzeit rechnet Steinbach mit rund einem Jahr. Zug um Zug soll im Anschluss daran Ortschaft für Ortschaft an die neue Kläranlage angeschlossen werden, die alten Anlagen bleiben als Rückhaltebecken in Funktion. Den Zeitplan fürs Anschließen diktiert letztlich das Wasserwirtschaftsamt. Wenn's für die einzelnen Orte mit ihren unterschiedlich alten wie unterschiedlich guten Kläranlagen keine wasserrechtliche Genehmigung mehr gibt, besteht Handlungsbedarf. Die Schätzungen für einen realistischen Zeitrahmen, bis wann die Maßnahme einmal abgeschlossen sein wird, bewegen sich zwischen zehn und 20 Jahren.

Das technisch wie auch finanziell kleinere Problem stellen die neuen Zubringer-Druckleitungen zwischen den einzelnen Orten und Ehekirchen dar. Fraglich ist, wie lange die bestehenden Kanäle noch Bestand haben. Noch kennt niemand deren genauen Zustand. Fremdwasser, in Kläranlagen alten Schlags oftmals gar nicht ungern gesehen, hat in der modernen Abwassertechnik nichts mehr zu suchen; die häufig verbauten Spitzmuffenkanäle gehören endgültig der Vergangenheit an. In etlichen Ortschaften gibt es zudem noch Mischwasserkanäle, die nach Einschätzung von Stefan Steinbacher künftig bestenfalls noch fürs Regenwasser taugen können. Parallel dazu bedarf es dann komplett neuer Kanäle getrennt für das Schmutzwasser.

Die Kostenschätzungen gehen von einem Finanzbedarf von 15 Millionen Euro aus. Was in welchem Ausmaß erforderlich wird, lässt sich erst mittels eines Kanalkatasters sagen. Auf dessen Grundlage werden bauliche Beurteilung und hydraulische Netzbewertung möglich. Sämtliche Kosten sind auf den Bürger umzulegen. Dabei ist für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit rund 4000 Euro zu rechnen.

Die gute Nachricht: Ehekirchen rutscht mit seiner Abwasser-Sanierung in die staatliche Förderung. Mit 30 Prozent Zuschuss für die neue Kläranlage rechnet Planer Steinbach demnach auf jeden Fall.