Hilpoltstein

"Das ist ein Bombenerfolg"

Robert Gattenlöhner von der Frankenpartei zieht in den Bezirkstag ein – Auch Ernst Schuster (CSU) und Walter Schnell (FW) vertreten

18.09.2013 | Stand 02.12.2020, 23:39 Uhr

Im Bezirkstag: Robert Gattenlöhner (Franken), Ernst Schuster (CSU), Walter Schnell (FW) - Fotos: tis,oh

Hilpoltstein (HK) Mit drei Politikern ist der Landkreis Roth im Bezirk vertreten: Ernst Schuster (CSU) aus Thalmässing hat das Direktmandat geholt, Walter Schnell (FW) aus Kammerstein und Robert Gattenlöhner (Die Franken) aus Roth sind über die Liste eingezogen. Für Gattenlöhner war die Überraschung perfekt.

Seine vor knapp vier Jahren gegründete Partei hat damit erstmals auf Bezirksebene etwas zu sagen.

„Das ist ein Bombenerfolg“, sagte Gattenlöhner gestern hoch erfreut. Ihm ist aber klar, dass er „alleine gar nichts erreichen kann“. Aber zunächst müsse er seine Kollegen im Bezirkstag kennenlernen und ansonsten wolle er sich an inhaltlichen Fragen orientieren. „Besonders am Herzen liegen mir die gute Ausstattung von Altenheimen und die Versorgung mit Hausärzten.“

Zu den Erfahrenen gehört hingegen Ernst Schuster, der mit seinem Ergebnis „absolut zufrieden“ ist. Aber in seiner Heimatgemeinde unterlag er der SPD-Kandidatin Ursula Klobe. Sie hatte 42,5 Prozent, Schuster nur 33,5. „Aber damit habe ich gerechnet. Sie ist als zweite Bürgermeisterin überall sehr präsent.“ Schuster will sich auf seine bisherigen Schwerpunkte Krankenhäuser, Soziales, Wirtschaft und Umwelt konzentrieren.

Ebenfalls wiedergewählt wurde Walter Schnell, Bürgermeister in Kammerstein. „Ich freue mich“, sagte er gestern, als die Listen für den Bezirkstag endlich ausgezählt waren. In seiner Heimatgemeinde kam Schnell auf einen Spitzenwert von 66 Prozent. „Es tut gut, wenn man die Akzeptanz und Anerkennung bekommt“, sagte Schnell.

Insgesamt entschieden sich 18,5 Prozent der Landkreiswähler für die Freien Wähler. Das sind fünf Prozent weniger als vor fünf Jahren. „Damit bin ich natürlich nicht zufrieden“, so Schnell. „Vor allem wenn man eine engagierte Arbeit macht.“ Er führt den Rückgang auf den Landtagswahlkampf zurück. Die Menschen hätten sich „einlullen lassen von Seehofers Wahlversprechen“ und die CSU gewählt, monierte Schnell. Und sie hätten die Augen vor den Probleme des Bezirks verschlossen. Die Bezirkskliniken beispielsweise hätten nach personellen und strategischen Fehlentscheidungen Millionen Euro an Schulden, kritisierte Schnell. Und diese Entscheidungen habe der von der CSU-Mehrheit geprägte Bezirkstag getroffen.

Die Zusammensetzung im Bezirkstag hat sich nun geändert, aber die CSU ist immer noch die größte Fraktion mit 12 von 30 Sitzen. Neu sind nicht nur die Franken, sondern auch die Piraten und die ÖDP. „Insgesamt sind es neun Gruppierungen“, so Ernst Schuster. „Die Arbeit wird sehr spannend werden.“

„Der Bezirkstag wird offener und bunter“, sagte auch Schnell. Auf eine Koalition will sich der Politiker aber nicht festlegen. „Wir werden von Fall zu Fall eine Entscheidung treffen.“ Er selbst wolle sich im Bezirk verstärkt für soziale Einrichtungen wie den Auhof, Regens Wagner und Lebenshilfe einsetzen. „Auch die Schwächsten der Gesellschaft sollen würdige Lebensumstände haben.“

Nun steht die Frage im Raum, ob der bisherige Bezirkstagspräsident Richard Bartsch von der CSU wieder an die Spitze dieses Gremiums gewählt wird. „Das ist unser oberstes Ziel“, betont Schuster. „Er hat eine hervorragende Arbeit gemacht.“

Etwas anderer Meinung ist Walter Schnell: „Zwar sind wir mit ihm klar gekommen, aber auf der anderen Seite macht er knallharte CSU-Politik nach Gutsherrenart.“ Auch Gattenlöhner ist mit Bartsch „nicht besonders glücklich“. Bei der letzten Wahl vor fünf Jahren sei die erste Amtshandlung eine Erhöhung der Kostenpauschale für die Bezirksräte gewesen. „Man hat sich erst mal die Taschen vollgemacht“, kritisiert Gattenlöhner. „Das ist mir in die Nase gestiegen.“ Er selbst will seine Einnahmen in ein Büro der Frankenpartei in der Rother Innenstadt stecken.