Kasing

Andachtsjodler zum Abschied

21.12.2018 | Stand 02.12.2020, 14:59 Uhr
In voll besetztem Haus gab Markus Wolfahrt, ehemaliger Frontmann der Klostertaler, ein Weihnachtskonzert. Viele nutzten die Gelegenheit wohl für einen letzten Besuch der Scheunenkirche. −Foto: Gerstmayer

Kasing (DK) Für viele war es wohl ein Abschiedskonzert: Unter dem Motto "Alpynia-Weihnacht" hat Markus Wolfahrt ein besinnlich-stimmungsvolles Adventskonzert in der Scheunenkirche am Schönstattzentrum bei Kasing gegeben, ehe diese zum Jahresende schließt.

Der ehemalige Klostertaler war auf Einladung von Organisatorin Monika Strobl gekommen. Der Erlös ging zu 100 Prozent an die Jugendhilfe Schrobenhausen und an das Kinderdorf Marienstein bei Eichstätt. Die Scheunenkirche war bis zum letzten Platz besetzt. Darunter mischten sich zahlreiche Ordensleute.

Markus Wolfahrt sang in dem 90-minütigen Programm bekannte Weihnachtslieder wie "Kommt ihr Hirten", "Feliz Navidad" oder "Es wird scho glei dumpa". Dass er auch anders kann, bewies er mit dem "Andachtsjodler" und anderen Stücken. Auf einem stilvollen Sessel sitzend erzählte er außerdem nachdenkliche, stimmungsvolle und lustige Weihnachtsgeschichten.

Wolfahrt gab aber auch viel aus seinem Privatleben preis. Der 1960 in Bregenz am Bodensee geborene Musiker wuchs am Arlberg in Österreich auf. Er war der älteste von fünf Buben. In seiner Kindheit hat es oft drei Meter Schnee gegeben, die Straßen waren tagelang gesperrt. "Nach der Einführung des Fernsehens" kamen noch zwei Mädchen dazu. Seine Mutter war eine einfache Frau, die "ohne Liebe aufgewachsen ist". Trotzdem habe sie alles für die sieben Kinder gegeben. Wolfahrt verriet, dass er mit Mitte 50 noch einmal Vater geworden sei. Die Mutter sei eine ausgebildete Opernsängerin. "Früher war ich mit den Kostertalern zwei Drittel des Jahres unterwegs, heute genieße ich meine Zeit als Papa", sagte er strahlend.

Der Musiker meinte, Weihnachten sei für ihn das schönste Fest des Jahres. Zu dieser Zeit verfalle er stets in das Gefühl, alle Probleme der Welt seien zu lösen. Seine soziale Einstellung bewies der ehemalige Frontmann der Klostertaler mit diesem Konzert.

Monika Strobl dankte Wolfahrt für seinen Auftritt und übergab ihm ein kleines Präsent. Damit ordentlich Geld für den guten Zweck zusammenkommt, verkaufte der Star nach Konzertende noch CDs und schrieb Autogrammkarten. Viele Gäste ließen den Abend bei einem Glühwein am Lagerfeuer ausklingen.

Hans Gerstmayer