Pfaffenhofen

Am Ende fehlt die Kraft

Eishogs verlieren gegen Klostersee mit 3:4 nach Penaltyschießen und scheiden in den Pre-Play-offs aus

09.03.2020 | Stand 02.12.2020, 11:47 Uhr
Knapp gescheitert: Der EC Pfaffenhofen um Topscorer Nick Endreß (rechts) scheiterte in den Pre-Play-offs am EHC Klostersee. −Foto: Stolle

Pfaffenhofen - Nach großem Kampf hat sich der EC Pfaffenhofen aus der Bayernliga-Saison verabschiedet.

 

Im zweiten Spiel der Pre-Play-offs verloren die Eishogs gestern Abend mit 3:4 nach Penaltyschießen gegen den EHC Klostersee. Da die Pfaffenhofener am Freitag bereits Spiel eins der Serie in Grafing knapp mit 4:5 verloren hatten, verpasste der ECP Spiel drei der Best-of-Three-Serie.

Chris Heid musste sich erstmal setzen. Nicolai Quinlan hatte gerade getroffen und damit das Penaltyschießen für Klostersee entschieden. Die Jubeltraube von 19 Eishockeyspielern in rot-weißen Trikots sah sich der Pfaffenhofener Coach von der Bank aus an. Dann stand er auf, pustete einmal kräftig durch, eher zu seinen Spielern auf das Eis gehen konnte. Später sagte Heid in der Gaststätte der Stadtwerke-Arena: "Im Penaltyschießen auszuscheiden tut weh. " Der 36-Jährige sah abgekämpft aus.

Damit spiegelte er den Zustand seiner Mannschaft perfekt wider. Die ganze Saison über hatten die Pfaffenhofener mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Dennoch schafften sie als Aufsteiger nicht nur souverän den Klassenerhalt, sondern auch die Qualifikation für die Pre-Play-offs. Während die erste Reihe bestehend aus Jake Fardoe, Tim Lohrer, Nick Endreß, Robert Gebhardt und John Lawrence eigentlich "kaputt" war, wie Heid sagte, trat Klostersee mit 20 (Spiel eins) beziehungsweise 19 (Spiel zwei) Spielern an.

Was den Kraftreserven der Eishogs ebenfalls nicht zuträglich war: Beide Spiele wurden in bester Play-offs-Manier äußerst intensiv geführt. Viele Emotionen, viele Zweikämpfe und immer wieder Raufereien. In Spiel eins am Freitag ging Klostersee früh durch einen Unterzahltreffer von Quinlan in Führung (7.). Fardoe glich kurz danach aus (11.). In der Folge entwickelte sich ein enges Duell, wobei es die Gastgeber waren, die immer vorlegten.

Im zweiten Drittel traf Felix Kaller (25.) für den EHC, 30 Sekunden später glich Lawrence aus. Quinlan (31.) und Thomas Hummer (34.) trafen wieder für Klostersee, noch vor der zweiten Pause verkürzte Endreß (39.). Im dritten Drittel erzielte Gennaro Hördt (51.) das 5:3, 40 Sekunden vor der Schlusssirene gelang Friedrich Kolesnikov der Anschlusstreffer - zu mehr sollte es aber nicht reichen. Auch weil EHC-Goalie Dominik Gräubig noch eine Großchance der Gäste vereitelte.

Zwei Tage später war es genau umgekehrt. Dieses Mal legten die Pfaffenhofener vor, und die Gäste aus Klostersee zogen nach. Lawrence traf nach Vorarbeit von Fardoe früh zur Führung (2.), Quinlan (17.) erzielte in Überzahl den Ausgleichstreffer. Im zweiten Drittel belohnte Gebhardt (28.) eine offensive Drangphase des ECP, doch Roeder (36.) stellte wieder auf 2:2.

Die Eihsogs kämpften, sie wehrten sich. Sie wollten mit aller Macht Spiel drei erreichen. "Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte EHC-Coach Helmut Gleixner nach dem Spiel. "Wir konnten mit allen drei Blöcken Druck ausüben. Irgendwann war das Momentum bei uns. "

Zunächst aber sorgte Fardoe im dritten Drittel für den schönsten Treffer des Tages, als er aus großer Distanz zur erneuten Führung traf (43.). Der ECP hätte Chancen gehabt, wie Klostersee zwei Tage zuvor, den Vorsprung auszubauen. Aber der EHC hatte wie in Spiel eins auch gestern immer eine Antwort parat. Nach einem schlecht getimten Wechsel lief Raphael Kaefer allein auf ECP-Goalie Philipp Hähl zu und traf.

Wenn die ausgepumpten Pfaffenhofener eines nicht gebraucht hätten, dann Verlängerung. "Die erste Reihe war fix und fertig", sagte Heid nach dem Spiel. Die vielen Zweikämpfe, immer wieder Keilereien mit den Gegnern - und wohl auch die eine oder andere Unterzahl zu viel. "Das kostet alles Kraft", bilanzierte Heid. Und trotzdem kämpften sich die Eishogs ins Penaltyschießen.

Dort verschoß Topscorer Endreß den ersten Penalty. Hähl konnte zwar den Schuss von Philipp Quinlan parieren, weil aber Lawrence seinen zweiten Versuch nicht im Tor unterbrachte, schoss Nicolai Quinlan den EHC in die nächste Runde. "Wir haben alles reingelegt, am Ende waren wir vielleicht zu erschöpft", sagte Kapitän Fardoe.

Als Heid vom Eis Richtung Gaststätte stapfte, klopften ihm viele ECP-Fans auf die Schulter, im Restaurant angekommen applaudierten ihm die Pfaffenhofener. Abteilungsleiter Alexander Dost nannte den ECP-Coach nach der Pressekonferenz den Star der Mannschaft. Weil er diesen Erfolg trotz all der Ausfälle möglich gemacht hatte. "Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte Heid. "Das war für Pfaffenhofen eine erfolgreiche Saison. " All das Lob und die Schulterklopfer berührten Heid. Aber sie kamen für ihn zu früh. Er sah es wohl, ohne es auszusprechen, wie sein Kapitän Fardoe. Denn der sagte vor der Umkleidekabine nach dem Spiel: "Wir hätten Spiel drei verdient gehabt. "

PK

Christian Missy