Schrobenhausen

Alles andere als besinnlich

Rockiges Weihnachtskonzert der Stereons im Herzoganger mit dem Support Call it a Wasteland

22.12.2019 | Stand 02.12.2020, 12:20 Uhr
Katapultierten ihre Zuhörer in alte Zeiten zurück: Die Stereons spielten am Samstagabend Rockmusik vom feinsten. −Foto: Tyroller

Schrobenhausen - Mittlerweile ist es schon fast eine kleine Tradition: Das Weihnachtskonzert der Stereons im Herzogangerkino.

Doch auch wenn es sich als Weihnachtskonzert tarnt, ging es dort mit der Sängerin von Call it a Wasteland als Vorband wirklich alles andere als besinnlich zu.

Kein Wunder: Die Musik der Neuburger Band Stereons zeichnet sich durch brettige Gitarren, epische Songs und mitreißende Rhythmen aus. Ihre einzigartigen Songs packen die Zuhörer und katapultieren sie in die gute alte Zeit zurück: Rockmusik vom feinsten also.

Und auch der Supportact Call it a Wasteland ist eigentlich alles andere als leise. Rock meets Grunge meets Alternative meets Punk and last but not least a tiny pinch of Pop. Da gab es beim Weihnachtskonzert nur ein kleines Manko: Von dem Duo war nur die Hälfte anwesend, nämlich Sängerin Tooney Lunes. Da ihr Bandkollege Julian Heller an dem besagten Abend verhindert war, zog sie das Konzert kurzerhand allein durch. Anstatt sich jedoch beirren zu lassen, machte sie vieles durch ihre sympathische Art wett und bewies durch ihre Soloshow großen Mut und das kam auch beim Publikum gut an. "Wenn ich heute einen Schlagzeuger hätte und eine E-Gitarre - dann wäre der Song vielleicht sogar tanzbar", meinte sie zum Beispiel vor einem Song lachend. Oder: "Stellt euch einfach vor, das Schlagzeug geht so richtig ab! " Bei dem Song "On the brick" fehlte ihr jedoch nicht einfach der Beat, sondern auch Julian Hellers gesangliches Echo. Da konnte das Publikum aber Abhilfe schaffen. Kurzerhand übernahm es einfach Julian Hellers Part und sang "Thanks for the mindfuck" als ein Echo. "Das war cool", quittierte die Sängerin die musikalische Zusammenarbeit mit dem Publikum.

Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass die Band Stereons Call it a Wasteland ins Boot geholt haben. Wer bei dem Video zu dem neuen Stereons-Song "The Luxury of simplicity" genau hinsieht, kann die Sängerin nämlich im Video entdecken. Und auch wenn die Spielzeit der Sängerin eigentlich schon vorbei war, wurde sie von den Stereons nochmal auf die Bühne geholt und performte mit ihnen genau diesen Song. Übrigens stellt das groovige "The Luxury of simplicity" die erste Single des neuen Albums dar und gibt einen ganz guten Geschmack davon, aus welchem Stoff die Band gestrickt ist.

Danach rockten aber wieder die Stereons allein die Bühne. Man merkte: Schlagzeuger Norbert Heckl, Keyboarder Markus Samper, Bassist Tizian Bernhard sowie Sänger und Gitarrist Maik Gak bilden musikalisch voll und ganz eine Einheit und überzeugen mit einer unverwechselbaren Klangfarbe. Dass sie sich selbst nicht ganz für voll nehmen, bewies der Sänger und Gitarrist Maik Gak immer wieder mit seinen humoristisch eingestreuten Kommentaren. "Da kann man nachfühlen, wie sich ein Epileptiker fühlt", meinte er beispielsweise im Hinblick auf bevorstehende ältere Songs der Band, die er selbst als verrückt betitelte, und legte dann aber gleich noch nach: "No offense! " Oder ein verschmitztes: "Wir haben sogar das Tempo angezogen - habt ihr's gemerkt? "
Nach gut zweieinhalb Stunden voller musikalischer Power ging das Weihnachtskonzert der Stereons dann langsam, aber sicher auf ein Ende zu. Natürlich ließen die Zuschauer die Band aber nicht ohne ein paar Zugabe-Songs von Dannen ziehen. Dann war aber endgültig Schluss.

Tabea Tyroller