Neuburg

250 Unterschriften gegen Mobilfunkmast

Bürger lehnen Standort Neuburg-Nord ab - Übergabe in Stadtratssitzung - Im Wertstoffhof Bittenbrunn wird bereits gebaut

29.04.2019 | Stand 02.12.2020, 14:05 Uhr
Auf dem Gelände des Wertstoffhofs Bittenbrunn wird bereits am Fundament für den Mast gebaut. −Foto: Rein

Neuburg (r) Der Protest gegen einen Mobilfunkmast in Neuburg-Nord kommt in 250 Unterschriften von betroffenen Anwohnern zum Ausdruck.

CSU-Stadträtin Elfriede Müller hat die schriftliche Ablehnung des Standortes zusammen mit Mitstreitern im Jahnviertel sowie in Laisacker, Hesselohe und Gietlhausen bei Hausbesuchen gesammelt.

Die Beschwerdeführer übergeben die Liste vor der Stadtratssitzung am heutigen Dienstag an Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Der OB will den Bürgerprotest zu einem weiteren Vorstoß bei der Deutschen Funkturm GmbH nutzen, um einen alternativen Standort zu erreichen.

Geplant sei zwar nur ein etwa 15 Meter hoher Gittermast, "doch der passt auf diesen exponierten Platz genau auf der Jurakante wirklich nicht hin", so der OB. Er würde den Standort eher nach Nordwesten in die Nähe eines Wäldchens verschieben. Die Funkturm GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom, hat allerdings bereits eine Vereinbarung mit dem Grundeigentümer getroffen. Und die Stadt Neuburg hatte keine rechtliche Handhabe gesehen, den privilegierten Bau im Außenbereich abzulehnen - zumal die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt keine fachlichen Einwände hatte.

Beim Sammeln der Unterschriften stieß Stadträtin Elfriede Müller - nicht überraschend - auf unterschiedliche Reaktionen. Vor allem neu zugezogene Bewohner unterzeichneten den Protest nicht. "Die Einheimischen, die sich auskennen, halten dagegen den Standort fast ausnahmslos für nicht geeignet", so die CSU-Politikerin.

Ein wesentlich höherer Antennenträger entsteht gerade auf dem Gelände des Wertstoffhofes Bittenbrunn. Hier stellt die Funkturm GmbH einen etwa 25 Meter hohen Mast mit Schleuderbeton-Unterbau auf. Das Fundament ist bereits betoniert.

Die Kreisbetriebe für Abfallwirtschaft haben ihr Einverständnis erteilt, angeblich für 2000 Euro Jahrespacht. Versuche, die Vereinbarung rückgängig zu machen, blieben erfolglos.

Die Telekom reagiert mit Unverständnis auf Aktivitäten, bereits vereinbarte Standorte zu verhindern. Man kooperiere grundsätzlich mit den Kommunen, bevor der Suchkreis auf private Flächen ausgedehnt werde, erklärt Telekom-Sprecher Markus Jodl (München). Und er verweist auf den politischen Auftrag der bayerischen Staatsregierung, Funklöcher zu schließen und die Infrastruktur zu verbessern. Das funktioniere - unabhängig von der neuen G5-Technik - ohne zusätzliche Antennenträger nicht. 1000 weitere Standorte seien bayernweit zu den bestehenden 5200 geplant ("Mobilfunk Offensive Bayern"), dazu kommt die Nachrüstung mit neuen Techniken wie LTE. Deutschlandweit seien 29000 Antennenmasten in Betrieb.