Ingolstadt/München

Das Weihnachtsmarkt-Geschäft startet

Schausteller vor dem Weihnachtsgeschäft

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 15:39 Uhr

Bunt, bunter, Weihnachtsmarkt: Viele verschiedene Figuren bietet Rosa Schwer auf ihrem Stand auf dem Ingolstädter Weihnachtsmarkt an.

München/Ingolstadt – Wenn es gleichzeitig nach Bratwurstsemmeln, Glühwein und Crêpes riecht, kann das nur eins bedeuten: Die Zeit der Weihnachtsmärkte startet. Für die Schausteller und Marktkaufleute eine wichtige Saison. Eine Saison, die in diesem Jahr geprägt ist von viel Vorfreude, aber auch einigen Problemen, wie Wenzel Bradac, Präsident des Bayerischen Landesverband der Marktkaufleute und der Schausteller (BLV), berichtet. Die Schausteller haben schon beim Aufbau viel Zuspruch aus der Bevölkerung erhalten, sagt Bradac. Deswegen sei er auch zuversichtlich: „Wir erwarten, dass es wieder so weitergeht wie vor der Pandemie.“

Vielleicht könnte es aber sogar noch besser werden: „Wir haben von Weihnachtsmärkten, die schon laufen, wie in Nordrhein-Westfalen, gehört, dass der Zuspruch sehr groß ist. Ob es tatsächlich so gut laufen wird, da ist sich Harald Aumeier, der mit seinem Bienenhäusl auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt steht, nicht so sicher: „Ich habe gemischte Gefühle. Es lässt sich schwer einschätzen, ob die Besucher noch das Geld haben“, sagt er.

Viele Kundinnen und Kunden auf den Weihnachtsmärkten – das ist für die Schausteller laut Bradac von enormer Bedeutung. Mittlerweile seien die Märkte sogar genauso wichtig wie die Volksfeste.

Ganz ohne Probleme geht es aber auch in diesem Weihnachtsmarkt-Jahr nicht: „Wir haben Probleme mit dem Personal – wie die ganze Gastronomie“, sagt Bradac. Zudem lässt die Teuerungsrate die Schausteller und Marktkaufleute nicht kalt. Zwischen 40 und 50 Prozent betrage diese im Einkauf, sagt Bradac. „Das können wir aber nicht auf den Kunden umlegen.“ Lediglich fünf bis zehn Prozent könne man den Käuferinnen und Käufern zumuten, denn „wir müssen im Rahmen bleiben“. Das bestätigt auch Rosa Schwer, die an ihrem Stand in Ingolstadt Weihnachtsfiguren verkauft. Zu viel will auch sie die Kunden nicht drauf zahlen lassen, damit diese es sich noch leisten können. Günstigere Angebote gibt es aber immer noch: „Wir haben noch Figuren von vor zwei Jahren da. Bei denen verlangen wir auch noch die alten Preise.“ Ebenso handhabt es Sylvia Schön an ihrem Stand für Holzbrandmalerei: „Die Ware, die ich auf dem Christkindlmarkt anbiete, habe ich schon vor zwei Jahren gekauft, darum sind die Preise nicht gestiegen.“

Andere Branche, gleiches Problem: Melissa Scherrle verkauft an ihrem Stand warmes Essen, von Hirtenbrot bis zur veganen Maronensuppe. „Die Einkaufspreise sind bis zu 40 Prozent gestiegen“, sagt sie. Aber auch die Personal- und Energiekosten seien problematisch. „Es ist die Energie, der Krieg, Corona und die Inflation, die geballt kommen.“ Normal sei es in diesem Jahr nicht.

Jürgen Wild, selbst Schausteller und Landesgeschäftsführer des BLV, betreibt einen Süßwarenbetrieb und berichtet von fehlender Ware: „Leider bekomme ich nicht mehr die Ware, die ich eigentlich am Markt verkaufen möchte. Von den Großhändlern erhalten wir nur die Aussage, dass die Hersteller nicht liefern können, da Personal fehlt.“ Zudem seien die Preissteigerungen nicht mehr kalkulierbar: „ Von Freitag auf Sonntag wurde zum Beispiel mein Zucker, den ich für gebrannte Nüsse benötige, um 64 Prozent teurerer.“

Keine Probleme gibt es hingegen beim Thema Beleuchtung. Schon vor Jahren haben die Schausteller und Marktkaufleute auf LED umgestellt, erzählt Bradac. Damit habe man nur zehn Prozent des normalen Verbrauchs. Die Beleuchtung ganz wegzulassen, ist schließlich keine Option: „Wenn es dunkel ist, kommt kein Mensch“, sagt der Verbandspräsident. Die Beleuchtung müsse da sein, damit Stimmung aufkommt.

DK/dpa