Immer enthemmter
Straubinger Gäubodenfest 2022: Deutlich mehr Gewalt gegen Polizisten

23.08.2022 | Stand 07.06.2024, 14:40 Uhr

Die Polizeiinspektion Straubing zieht die Bilanz des Gäubodenvolksfestes 2022. Die fiele durchwegs positiv aus, wären da nicht die deutlich gestiegene Gewalt gegen Polizisten und die zunehmend enthemmten, fast immer stark alkoholisierten Täter.



Nachdem die Zahl der Körperverletzungsdelikte zum Gäubodenvolksfest 2019 deutlich zurückgegangen war, stiegen die in diesem Bereich angezeigten Delikte laut einem Polizeibericht der PI Straubing leicht über den Wert der vorangegangenen Feste von 2018 und 2017 an.

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Von den insgesamt 65 (36, 52, 58; Zahlen in Klammern aus den Jahren 2019, 2018, 2017) Körperverletzungen ereigneten sich 37 (22, 28, 24) am Festplatz und 28 (14, 24, 34) in der Innenstadt und dem Umfeld des Festplatzes. In den meisten Fällen handelte es sich um einfache Körperverletzungen, bei denen Streitereien mit Handgreiflichkeiten endeten. Die Täter waren hierbei fast alle erheblich alkoholisiert. Die Geschädigten erlitten fast ausschließlich lediglich leichte Verletzungen.

18 Anzeigen wegen Gewalt gegen Polizisten

Besonders auffallend war, dass sich die Täter mit steigendem Alkoholkonsum zunehmend enthemmter zeigten. In diesem Zusammenhang ist auch die Gewalt gegen Polizisten ein Thema. Alkoholkonsum oder einfach mangelnder Respekt vor den Ordnungshütern führten zu Angriffen gegen die Einsatzkräfte.

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Mit 18 (9, 14, 11) Anzeigen aufgrund Gewalt gegen Polizeibeamte war hier eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2019 festzustellen. Glücklicherweise liefen die Taten ohne schwerere Verletzungen der Einsatzkräfte ab und alle Polizisten sind weiterhin dienstfähig.

Betretungsverbot zum Festgelände für zwei Männer

Während des Festes wurden 58 polizeiliche Platzverweise gegen aggressive, meistens stark alkoholisierte Personen ausgesprochen. Gegen zwei junge Männer wurde zudem in Absprache mit der Stadt Straubing ein Betretungsverbot für das Festgelände erlassen.
Zudem wurden 14 Personen bei der PI Straubing in Gewahrsam genommen.

Insgesamt 24 Diebstähle wurden auf dem Festplatz und in der Innenstadt angezeigt, dies entspricht dem Niveau der letzten Jahre.
Bei den Diebstählen handelt es sich unter anderem um 9 Fahrraddiebstähle, 7 Taschendiebstähle und 3 Maßkrugdiebstähle.

Weniger Trunkenheitsfahrten

Sowohl auf das Fahrrad als auch auf ein anderes Kraftfahrzeug hätte so mancher Verkehrsteilnehmer nach seinem Festbesuch wohl besser verzichtet. Bei 24 Fahrzeugführern wurde bei Kontrollen festgestellt, dass sie die zulässigen Grenzwerte für Alkohol teils deutlich überschritten hatten. 4 Verkehrsteilnehmer standen unter dem Einfluss von Drogen.

In diesem Jahr verzeichnet die PI Straubing eine deutliche Steigerung der verhüteten Trunkenheitsfahrten im Vergleich zu den Vorjahren. Durch das frühzeitige und offensive Einschreiten der Kollegen konnten Fahrten unter Alkoholeinfluss verhindert und die Anzahl der festgestellten Trunkenheitsfahrten deutlich verringert werden. Erfreulicherweise ereigneten sich heuer keine Verkehrsunfälle unter Drogen- oder Alkoholeinfluss.

Weniger Gegenstände gingen verloren

Auf dem Festplatz kam es in diesem Jahr zu keinen anzeigten Sachbeschädigungen. Im Umfeld des Festplatzes wurden 9 Sachbeschädigungen verzeichnet. Erneut wurden in diesem Jahr wieder viele Gegenstände als verloren beziehungsweise als gefunden gemeldet. Mit 117 (146) Fund- beziehungsweise Verlustanzeigen lag der Wert unter der Anzahl vom Jahr 2019. Alle nicht bei der Polizei abgeholten Gegenstände wurden dem Fundamt der Stadt Straubing übergeben.

Der Autoverkehr verlief während der gesamten Volksfestzeit, nicht zuletzt aufgrund des koordinierten Verkehrseinsatzes der Polizeiinspektion Straubing, nahezu reibungslos. Während der gesamten Zeit des Gäubodenvolksfestes kam es zu keinen nennenswerten Verkehrsbehinderungen.

Die Polizeiinspektion Straubing zieht also ein überwiegend positives Resümee, das allerdings durch mehrere Körperverletzungen mit leicht verletzten Polizisten etwas getrübt wird.

− jed