Beschwerden häufen sich
Briefe kommen spät oder gar nicht: Post räumt Probleme ein

22.10.2022 | Stand 07.06.2024, 21:01 Uhr

Von Daniela Laitinen

Briefe kommen um Tage zu spät, manchmal gar nicht. Die Deutsche Post hat seit Monaten mit massiven Problemen zu kämpfen, die vor allem auf Engpässe beim Personal zurückzuführen sein sollen.



Briefe von den Enkelkindern, auf die die Oma sehnlichst wartet, die aber einfach nicht im Postkasten landen wollen. Rechnungen, die 14 Tage verspätet eintreffen. Die Versicherungspolice, die gar nicht erst ankommt. Die Post hat Probleme. Die betreffen vor allem die Briefzustellung. In ganz Deutschland, besonders aber in Bayern.

Das zeigt ein Blick auf das Verbraucherportal der Bundesnetzagentur, die auch für die Einhaltung der vorgegebenen Standards bei der der Post zuständig ist. Bereits im Sommer beschwerten sich dort die Bürger über die schlechte Briefzustellung, vereinzelt betraf dies auch Pakete. Seit September scheint die Zahl der Eingaben aber deutlich zuzunehmen. Fast täglich liest man dort von Beschwerden über die Post, teilweise sogar mehrfach.

Corona sorgt für Personalmangel

„Leider müssen wir Probleme, vor allem in der Briefzustellung, in manchen Regionen Bayerns einräumen,“ sagt Jasmin Derflinger, Pressesprecherin der Deutschen Post in München. Grund seien in erster Linie deutlich höhere Personalausfälle aufgrund von Coronainfektionen. Da die Lage auf dem gesamten Arbeitsmarkt derzeit angespannt ist, könne man dieses Ausfälle kaum kompensieren.

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Vielerorts würde daher jetzt das Corona-Notfallkonzept der Post greifen. Das bedeutet, dass in den Regionen mit besonders großen Personal-Engpässen die Briefträger nicht mehr jeden Werktag in der Zustellung sind, sondern nur noch jeden zweiten. Derflinger zufolge ist dies eine kurzfristige Maßnahme, daher könne auch kein betroffener Landkreis oder eine Stadt bebannt werden. „Die Situation kann sich täglich ändern.“ Eine werktägliche Zustellung an alle Haushalte könne dann wieder durchgeführt werden, wenn hierfür ausreichendes Personal vorhanden ist. Dies sei jedoch im Wesentlichen vom Infektionsgeschehen und vom Arbeitsmarkt abhängig.

Die Post stellt deutschlandweit täglich rund 49 Millionen Briefe zu, dazu kommen 6,7 Millionen Pakete. Bei so einer Masse könne man Unregelmäßigkeiten nicht ausschließen, heißt es. Daher gebe die Post bei den Standardprodukten wie Briefe von Privatkunden oder Dialogpost im Geschäftsbereich keine zeitliche Zustellungsgarantie. Man versuche aber die Lieferung innerhalb von 1 bis 4 Werktagen zu bewerkstelligen.

Post sucht nach neuen Mitarbeitern

Natürlich will die Post durch gezieltes Recruiting der Personalnot entgegenwirken. Jasmin Derflinger betont, dass das Unternehmen ein „attraktiver Arbeitgeber“ sei, der nach Tarif bezahle. Arbeitskleidung und Betriebsmittel würden gestellt. Einstellungsvoraussetzungen seien lediglich ausreichende Deutschkenntnisse, Führerschein der Klasse B und eine Arbeitserlaubnis. Unter www.werde-einer-von-uns.de. habe das Unternehmen eine eigenes Jobportal ins Leben gerufen, über das man sich bewerben kann.

Und bis die Post wieder in voller Stärke ihre Briefe und Pakete ausliefern kann? Das kann dauern. Derflinger bittet die Kunden um Geduld und verweist auf die zentrale Kunden-Hotline 0228/4333112 oder die diversen Social-Media-Kanäle. Beschwerden würden dort entgegengenommen: „Wir sind immer bereit, den konkreten Fällen nachzugehen.“