Pfaffenhofen

Wuchtiger Schritt zu mehr Biodiversität am Pfaffenhofener Gerolspark

Mit tonnenschweren Findlingen schaffen die Stadtwerke weitere Zugänge zum Fluss

17.01.2023 | Stand 17.01.2023, 17:20 Uhr

Bis zu sechs Tonnen schwere Findlinge werden an mehreren Stellen am Gerolsbach-Ufer gesetzt. Die Stadtwerke machen damit den Fluss zugänglich. Auf den riesigen Steinen können künftig Kinder sitzen und die Füße ins Wasser baumeln lassen. Foto: Ermert

Sie sind grau, riesengroß und sehen so aus, als wären sie direkt aus der Eiszeit nach Pfaffenhofen rübergerollt: Um die 15 Findlinge, die jeweils zwischen drei und sechs Tonnen wiegen, haben die Stadtwerke aus dem Bayerischen Wald organisiert, um damit den Gerolspark weiter aufzuwerten.



Seit Anfang dieser Woche platziert ein Baggerfahrer die gewaltigen Steinbrocken an fünf Stellen entlang des Flusses. Auf einer Länge von 500 Metern hinterhalb der Adolf-Rebl-Schule entstehen biodiverse Trittsteine am Gerolsbachufer. „Auf ihnen können die Bürger nah ran ans Wasser“, sagt Mario Dietrich, der bei den Stadtwerken für alles Grüne und Gärtnerische zuständig ist. „Die Kinder können im Sommer auf den Findlingen sitzen, chillen oder spielen – und dabei die Füße ins kühle Nass baumeln lassen.“

Vielfach geäußerter Wunsch



Der naturnahe Ausbau des ehemaligen Skulpturenparks geht somit weiter. Laut Dietrich mussten sich die Stadtwerke für diese Maßnahme eng mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Wasserwirtschaftsamt und dem Fischereiverein abstimmen, um die Erlaubnis zum Steinesetzen zu bekommen. „Jetzt im Januar ist ein Zeitfenster, in dem sowas möglich ist“, sagt er. Fische, Insekten und Amphibien werden derzeit in ihrem Biorhythmus angeblich am wenigsten vom lauten Getöse des Baggers beeinflusst.

Es war ein vielfach geäußerter Wunsch der Pfaffenhofener, das Gerolsbachufer intensiver erleben zu können, erklärt Dietrich den ursprünglichen Ansatz der Idee. „Daher haben wir ihn im Zuge der Renaturierung des Parks auch aufgenommen.“ Zur Steigerung der Artenvielfalt trägt die Maßnahme außerdem bei. „Die Tierwelt, vor allem Insekten, aber auch Vögel und Fische profitieren davon.“ Es sei zwar nur ein weiterer Schritt einer langen Linie von Vorhaben, bemerkt Dietrich mit Blick auf die Findlinge – „aber ein im wahrsten Sinne des Wortes sehr wuchtiger.“

Die Größe und Schwere der Steine sei Voraussetzung gewesen, um das Projekt überhaupt durchsetzen zu können. „Bei Hochwasser müssen sie die Stellung halten“, erklärt er ihr immenses Gewicht. Eine stabilisierende Hilfe aus Stahl oder Beton gibt es nicht. Die Brocken werden natürlich im Erdreich des Ufers eingebettet.

Zusatzaufgabe für Arbeiter



Zwei bis drei Tage sind die Arbeiter alleine damit beschäftigt. Die vielen Spaziergänger, Radler und Hundehalter, die in der Gegend unterwegs sind, haben allerdings noch den ganzen Januar hindurch mit Störungen zu rechnen. Schließlich wird auch der Bereich um die Findlinge gestaltet. „Wir errichten Zugänge, fräßen den Untergrund und säen darauf eine Bienenweide an“, führt Dietrich aus und bemerkt, dass sich das schon ein wenig hinziehen könne. Entlang des Flussufers werde man die verbauten Steine kaum sehen. Am augenscheinlichsten wird die Änderung im Bereich der Gerolsbachinsel sein. „Dort kann man künftig prima von Stein zu Stein rüber auf die Insel hüpfen“, berichtet Pfaffenhofens oberster Gärtner.

Wenn der Bagger schon mal da steht, bekommen die Arbeiter auch gleich noch eine wichtige Zusatzaufgabe übertragen. Sie sollen den Fluss zumindest stellenweise vom abgelagerten Schlamm befreien und den Kies im Flussbett erneuern. „Damit die Fische an mehr Stellen laichen können“, erklärt Dietrich. All das freut die Natur. Denn mehr Fische und mehr Insekten bedeuten automatisch auch mehr Vögel. „Das geht Hand in Hand“, sagt er. Schließlich handle es sich beim Gerolspark um die Grüne Lunge der Stadt. „Und die soll immer vielfältiger und stärker werden.“

PK