Hettenshausen

Wenig Kritik bei der Hettenshausener Bürgerversammlung

Bürgermeister Wolfgang Hagl muss sich Fragen zu Sanierungsarbeiten und dem geplanten Baugebiet stellen

01.10.2022 | Stand 01.10.2022, 11:00 Uhr
Wolfgang Kollmeyer

Etwa 40 Besucher folgten dem Vortrag von Hettenshausens Bürgermeister Wolfgang Hagl auf der Bürgerversammlung. Fotos: Kollmeyer

Von Wolfgang Kollmeyer

Hettenshausen –Für Bürgermeister Wolfgang Hagl (UWG) ist die Bürgerversammlung im Gasthaus Schrätzenstaller wenig herausfordernd gewesen. Er konnte seinen Vortrag ohne nennenswerte Zwischenfragen absolvieren.

Die Bevölkerungszahl stieg leicht auf 2338 Personen Ende 2021. Auch die Steuereinnahmen stiegen 2021 im Vergleich zum Vorjahr, besonders im Bereich der Einkommenssteuer. Diese Steuer sei beim gesamten Steueraufkommen aktuell am wichtigsten und beeinflusse auch die Planung bei der Ausweisung von neuen Baugebieten, wie der Bürgermeister bei einer späteren Frage zum geplanten Baugebiet östlich der Ilmtalklinik erläuterte.

Das Gewerbesteueraufkommen sinke nämlich seit 2017 kontinuierlich und die Aufgaben sowie die Ausgaben würden steigen. Der Schuldenstand sinke seit 2013 permanent und lag Ende 2021 bei gesamt 31607 Euro, das wäre dann eine Verschuldung von 13,52 Euro pro Person.

Die größten Investitionen tätigte die Gemeinde für das Kinderhaus Ilmmünster, den Grunderwerb an der Hauptstraße, für die Kanalsanierung Reisgang und Jahnhöhe, für den Breitbandausbau und den Ausbau des Bauhofs. Mehrere Bauprojekte konnte oder kann die Gemeinde in diesem Jahr abschließen, sagte Hagl: die Umlegung des Regenwasserkanals Streitberger Straße, die Kinderkrippe Pusteblume, den Breitbandausbau in den Ortsteilen und die Bauleitplanung für die Bauschutt-Recyclinganlage.

Das Thema Dorfmitte mit Dorfheim, die Erneuerung der Wasserleitung Jahnhöhe mit späterem Straßenneubau, der Bebauungsplan für das Gebiet östlich der Ilmtalklinik sowie der Neu- beziehungsweise Umbau der Feuerwehrgebäude stehen auf der Agenda für die folgenden Jahre, ebenso der Neubau der Wasser-Hochbehälter zusammen mit Ilmmünster. Auch die anteiligen Kosten für die Erweiterung der Kläranlage Pfaffenhofen werden demnächst fällig, so Hagl. Erfreulich sei, dass der Edeka-Markt voraussichtlich an Ostern 2023 eröffnen könne.

Aus der Schar der gut 40 Anwesenden kam die Frage, warum denn die Wasserleitung bei der Jahnhöhe erneuert werden müsse. Der Bürgermeister verwies auf das Alter der Straße, die erneuert werde und dass es in diesem Zusammenhang sinnvoll sei, gleich die Wasserleitung mit zu erneuern, um nicht einige Jahre später die Straße wegen der Wasserleitung wieder aufreißen zu müssen.

Ob es wirklich notwendig sei, zusammen mit Ilmmünster die Wasserhochbehälter neu zu bauen, ob es nicht reichen würde, nur für Hettenshausen den Behälter zu sanieren oder neu zu bauen, war eine weitere Frage. Hagl erläuterte, dass zwar genügend Wasser aus den Hettenshausener Brunnen komme, ein Hochbehälter aber notwendig sei und die Sanierung der jetzigen Behälter genauso teuer sei wie ein Neubau. Langfristig müsse auch ein Wachstum der Gemeinde berücksichtigt werden – und das könne man mit den jetzigen Behältern nicht darstellen.

Auch tauchte die Frage auf, ob der neue Ortsteil östlich der Ilmtalklinik notwendig sei. Hagl verwies auf den Bedarf an Baugrundstücken, da Baulücken in der Gemeinde nicht bebaut würden. Im neuen Areal soll es eine Bauverpflichtung geben. Durch die Ausweisung rechnet er mit einem Bevölkerungswachstum in den nächsten zehn Jahren um gut 350 Personen. Das mache sich dann auch bei der Einkommenssteuer bemerkbar.

Eine interessante Frage tauchte zum Schluss auf, ob denn die Gemeinde für einen möglichen Blackout vorsorgen würde – zum Beispiel durch die Anschaffung von Notstromaggregaten oder der Einrichtung von Wärmestuben. Hier musste Hagl passen, denn in einem solchen Katastrophenfall sei in erster Linie das Landratsamt zuständig, die Gemeinde sei lediglich für die Trinkwasser- und Abwasserversorgung zuständig, hierfür stehe auch ein Notstromgenerator zur Verfügung. Hagl versprach aber, das Thema im Gemeinderat anzusprechen.

PK