Rekord-Etat in Kösching
Schulsanierung treibt Haushalt nach oben – Höhere Kita-Gebühren anvisiert

03.05.2023 | Stand 16.09.2023, 22:45 Uhr |

Mehr Geld in die Hand nimmt der Gemeinderat Kösching in den nächsten Jahren. Foto: pixabay

Der Markt Kösching wird heuer aller Voraussicht nach einen Haushalt in Rekordhöhe aufstellen: Rund 52,4 Millionen Euro umfasst das Zahlenwerk, über das der Marktrat in seiner jüngsten Sitzung beriet. Das entspricht einer Steigerung von fast 20 Prozent im Vergleich zum vorigen Jahr.

Wie Kämmerin Annette Knöpfle ausführte, entfallen auf den Verwaltungshaushalt 34,8 Millionen Euro (etwa vier Millionen mehr als 2022) und auf den Vermögensetat 17,56 Millionen (plus 4,7 Millionen). Größte Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten (9,8 Millionen), die Kreisumlage (7,8 Millionen) sowie der Posten Verwaltungs- und Betriebsausgaben (10,2 Millionen) – also Unterhalt von Grundstücken, Gebäuden etc.



Einer der größten Einnahmeposten ist der Grundstücksverkauf

Rund 4,2 Millionen Euro sollen dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Als größte Einnahmenposten sind veranschlagt: Beträge aus Verwaltung und Betrieb (zum Beispiel Wasser- und Abwassergebühren, 8,7 Millionen), weiter die Gewerbesteuer (12 Millionen), Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (8,9 Millionen) und die Grundsteuer B (1,4 Millionen).

Zu den größten Ausgabenposten im Vermögenshaushalt zählen Baumaßnahmen (12,8 Millionen), davon rund 6,6 Millionen für die Arbeiten zur Sanierung beziehungsweise zum Neubau der Rudolf-Winterstein-Schulen.

Für den Grunderwerb sind 3,6 Millionen veranschlagt, für den Bau eines Kinderhorts etwa 2,5 Millionen Euro. Für die „Anschaffung beweglicher Sachen des Anlagevermögens“ werden 4,2 Millionen kalkuliert. Größte Einnahmenposten im Vermögenshaushalt sind der Grundstücksverkauf, die Erhebung von Erschließungskosten (1,1 Millionen) und Zuschüsse für Projekte.

Laut der Haushaltsprognose dürfte der Verwaltungshaushalt in den nächsten Jahren bei rund 32,5 Millionen Euro stagnieren. Die Inanspruchnahme eines Kredits sei heuer nicht erforderlich, betonte Kämmerin Annette Knöpfle. „Für 2024 ist zur weiteren Finanzierung aktueller Projekte eine Neuverschuldung von etwa 20 Millionen Euro vorgesehen.“

Diskussion über Förderung privater Balkon-Solaranlagen



Der Marktrat diskutierte nach der Präsentation des Haushalts über Zuschüsse für private Balkon-Solaranlagen. Die Abstimmung über den Etat 2023 erfolgt in der nächsten Gemeinderatssitzung im Mai. Der Marktrat beschäftigte sich in der vergangenen Sitzung auch mit einem Antrag zur Erhöhung der Betreuungsgebühren in den Kindertageseinrichtungen. Annette Knöpfle erinnerte eingangs daran, dass in den vergangenen Jahren Mehrkosten unter anderem durch höhere Qualitätskriterien entstanden seien. Außerdem würden immer längere Betreuungszeiten in Anspruch genommen, was wiederum zur Kostensteigerung beitrage.

Ab 1. September höhere Gebühren für Kinderbetreuung

Der Freistaat gewähre pro Kind monatlich 100 Euro Zuschuss. Ohne Beitragserhöhung werde es – auch im Hinblick auf die jüngsten Tarifabschlüsse im Sozial- und Erziehungsdienst – nicht gehen, so die Kämmerin. Die Gemeindeverwaltung schlug deshalb vor, die Gebühren – je nach Betreuungsstufe – ab 1. September durchschnittlich um acht Prozent zu erhöhen und alle drei Jahre eine dynamisierende Steigerung von zwei Prozent vorzunehmen.

Zusage auf Betreuungsplatz auf dem Prüfstand



Marktrat Christian Glasl (CSU) wollte wissen, was es mit dem von der Gemeinde an die Eltern verschickten Schreiben auf sich hat, wonach nicht alle Kinder einen Betreuungsplatz erhalten könnten. „Es wurde die Information herausgegeben, dass aktuell keine feste Zusage für alle Betreuungsanfragen gegeben werden kann“, begründete Geschäftsleitender BeamterChristian Meier die Brief-Aktion. Ideen, um die Situation zu verbessern, wurden im Marktrat erörtert.