Innovativer Bau im Klostergarten
Richtfest für Geo-Dome in Eichstätt: Neue Möglichkeiten für Urban Gardening

27.07.2022 | Stand 22.09.2023, 20:39 Uhr |

Richtspruch für das neue Gewächshaus: Konstrukteur Leo Schleith von der Firma Vision Domes trug Segenswünsche für den kuppelförmigen Geo-Dome im Kapuzinergarten vor. Foto: Poese

Von Katrin Poese

Eichstätt – „Der Dome verknüpft geschickt Vision mit althergebrachter Tradition – fußt also auf Vergangenheit und weist doch in eine neue Zeit“, so hieß es im Richtspruch für den neuen Geo-Dome im Kapuzinergarten. Das ist eine gute Zusammenfassung des Projekts: Der Gemeinschaftsgarten auf dem Gelände des Klostergartens mit 400 Jahren Geschichte bekommt ein neues Gewächshaus. Der Rohbau des so genannten Geo-Domes, eines innovativen, nachhaltigen und stabilen Bauwerks, steht nun. Am Montagabend kamen an der Urban-Gardening-Gruppe beteiligte Bürger und Studenten sowie geladene Gäste aus der Stadt zum Richtfest. Der Community-Music-Chor der Katholischen Universität brachte einen musikalischen Segenswunsch mit.

Johanna Umbach, die derzeitige hauptamtliche Leiterin des Förderprojektes Kapuzinergarten, betonte, das neue Gewächshaus sei ein weiterer Schritt, den ehemaligen Klostergarten, „ein Denkmal, einen einzigartigen Teil von Eichstätt“ zu erhalten. Vor zwölf Jahren hatte eine Gruppe aus der Studenten- und Bürgerschaft begonnen, den Kapuzinergarten gemeinschaftlich zu bewirtschaften, um ihn vor dem Schicksal zu retten, einer Parkhaus-Baustelle weichen zu müssen. Seit drei Jahren nun wird im Garten mit Hilfe von Fördermitteln professionell Umweltbildung betrieben.

Joachim Hamberger, der Vorsitzende des Trägervereins „Verein für Nachhaltigkeit e.V.“ aus Freising, bezeichnete den Geo-Dome als wichtigen Teil des Umweltbildungs- und Urban-Gardening-Projekts. Es fördere das Umdenken zu mehr Nachhaltigkeit in der Gesellschaft, „denn verändern können wir uns nur, wenn wir bilden“. Er forderte die Gäste auf: „Tragen Sie dazu bei, dass dieser Ort hier weiter belebt wird!“

Thomas Schwab, ebenfalls vom Trägerverein, erklärte, dass bereits in der ersten Förderphase „Klimagarten Eichstätt“ zehn Schulen Interesse bekundet hätten, den Kapuzinergarten als außerschulischen Lernort zu nutzen. Das Problem: Bisher mussten Exkursionen bei Regenrisiko oft abgesagt werden. Jetzt bietet das Gewächshaus im Notfall bei einem Schauer einen trockenen Unterschlupf. „Wir nennen das Gewächshaus plus“, sagte Schwab.

An den Kosten und der Organisation haben sich neben der Projektförderung von der Deutschen Postcode-Lotterie von rund 80000 Euro auch weitere Akteure und Sponsoren beteiligt – unter anderem die LAG Donau-Altmühl, die Miteinander-Stiftung, die Sparkasse Ingolstadt Eichstätt, der Studentische Konvent, das Facility-Management und weitere Abteilungen der Katholischen Universität.

Mitgebaut haben Klassen der Montessori-Schule und der Staatlichen Berufsschule Eichstätt sowie KU-Studierende und freiwillige Helfer. Noch fehlen zur Fertigstellung etwa 4000 Euro – diesen Betrag minderte die Town-and-Country-Stiftung beim Richtfest um 1000 Euro, indem sie eine entsprechende Spende übergab.

Der neue Geo-Dome sei das „Produkt jahrelanger Arbeit“, sagte Johanna Umbach. Gegen Ende des Prozesses kam das auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Start-up Vision Domes dazu, das den Bau für den Kapuzinergarten konstruierte und den Aufbau anleitete. Vision-Domes-Konstrukteur Leo Schleith trug nun den Richtspruch für den Rohbau vor und bat um Gottes Segen: „Beglück mit Deinem Segen dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus.“

EK