Eichstätt

Fast 400000 Euro für die Weltkirche

Internationales Engagement des Bistums aus Kirchensteuermitteln – Jahresbericht liegt vor

24.11.2022 | Stand 24.11.2022, 17:00 Uhr

Die von der Diözese Eichstätt unterstützte Aktion „Ernähre die Armen“ verteilt Hilfspakete in der ostukrainischen Region Donezk. Foto: Exarchat Donezk

Eichstätt – Mit 393358 Euro aus Kirchensteuermitteln hat die Diözese Eichstätt im vergangenen Jahr 53 soziale und kirchliche Projekte in 18 Ländern unterstützt. Das geht aus dem Jahresbericht 2021 des Referats Weltkirche hervor, der nun vorgelegt wurde. Schwerpunkte waren demnach Hilfen für Menschen in Not sowie der Einsatz für Menschenrechte und Nachhaltigkeit. Insgesamt 158 Förderanträge sind 2021 beim Referat Weltkirche eingegangen.

In zwei Sitzungen bewilligte ein Vergabeausschuss, besetzt mit Generalvikar (2021 noch Michael Huber) und dem Leiter des Referats Weltkirche, Gerhard Rott, Domkapitular Paul Schmidt, Dompfarrer Josef Blomenhofer und der Eichstätter Journalistin Dagmar Kusche, die finanzielle Förderung von 53 Projekten. Gefördert wurden 19 Projekte mit einer Gesamtsumme von 131100 Euro im Bereich Einrichtung und Bau, 19 Projekte mit zusammen 131258 Euro im Bereich Bildung sowie 15 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 131000 Euro im Bereich Soziales. Mehr als die Hälfte der bewilligten Mittel (225532 Euro) floss in Projekte in Afrika, 107500 Euro nach Mittel- und Osteuropa. Die übrige Förderung kam zwei Projekten in Lateinamerika (20140 Euro) und sieben Projekten in Asien (36685 Euro) zugute. Mit 3500 Euro wurde auch ein Projekt in Deutschland gefördert: die Aus- und Weiterbildung chinesischer Priester und Priesteramtskandidaten in Sankt-Augustin bei Bonn.

Einen besonderen Förderschwerpunkt bildet weiterhin die Ukraine. 2021 unterstützte die Diözese Eichstätt dort 18 Projekte mit 93000 Euro. Eines dieser Projekte war die soziale Pfarraktion „Ernähre die Armen“ der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Mit der Unterstützung aus Eichstätt wurden 1156 Hilfspakete mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln beschafft und an Bedürftige in mehr als 50 Pfarreien in Donezk verteilt. „Die Corona-Pandemie hat die Lage der Armen und Obdachlosen noch verschärft“, berichtet Pfarrer Yuriy Yurchyk.

Mit 77432 Euro wurden sieben Projekte in Burundi gefördert. Die Partnerschaft der Diözese mit dem ostafrikanischen Land wird vor allem durch die intensive Zusammenarbeit mit dem Erzbistum Gitega ausgestaltet. Über die Förderung kleinerer Projekte hinaus konnte der Ausbau des Sozial- und Pastoralzentrums St. Willibald und Walburga in Bugendana im vergangenen Jahr mit weiteren 120000 Euro unterstützt werden. Außerdem wurden in Burundi der Bau einer Biogasanlage sowie die Fortsetzung eines Aufforstungsprojekts gefördert. 18000 Euro erhielt ein Projekt zur Selbstversorgung von kirchlichen Basisgemeinden in Gitega. Ziel ist es, durch technische Unterstützung der Landwirte und den Einsatz optimierten Saatguts die Ernährungssicherheit zu verbessern.

Mit 20000 Euro wurden im vergangenen Jahr Maßnahmen mit Bezug zur Corona-Pandemie finanziert. Aus dem Katastrophenfonds stellte das Bistum im Berichtszeitraum 10000 Euro für die Corona-Nothilfe in Indien und in der Ukraine zur Verfügung. „Damit wurde Projektpartnerinnen und -partnern, mit denen es bereits eine etablierte Zusammenarbeit und eine entsprechende Infrastruktur gibt, kurzfristig geholfen“, erklärt Rott.

Rechnet man alle Ausgaben für die weltkirchlichen Aufgaben zusammen, hat das Bistum Eichstätt 2021 insgesamt 1,4 Millionen Euro (2020: 1,6 Millionen) aus seinem Haushalt dafür aufgewendet. „Das entspricht 0,8 Prozent des Gesamthaushalts des Bistums“, hat Rott ausgerechnet. Hinzu kommen noch 901601 Euro, welche das Bistum an den Verband der Diözesen Deutschlands für weltkirchliche Aufgaben überwiesen hat. Damit liegt der Anteil des weltkirchlichen Einsatzes bei 1,3 Prozent des Gesamthaushalts. Trotz knapper werdenden Ressourcen sieht Rott das Referat Weltkirche „gut aufgestellt, um weiterhin Menschen in der ‚Einen Welt‘ solidarisch und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung angemessen und langfristig unterstützen zu können“.

pde