Laut Wohnungswirtschaft

Gaspreise explodieren: Im Schnitt bis zu 1700 Mehrkosten jährlich für Mieter

31.07.2022 | Stand 01.08.2022, 17:21 Uhr

Im VdW sind überwiegend sozial orientierte Wohnungsunternehmen mit zusammen 560.000 Wohnungen zusammengeschlossen. −Symbolbild: dpa

Auf Bayerns Mieter kommt eine krasse Steigerung der Heizkosten zu. Laut dem Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) würde die volle Weitergabe der jetzigen Gaspreise an die Mieter im Durchschnitt jährliche Mehrkosten von 1700 Euro bedeuten.



Mehr als die Hälfte der knapp 500 Mitgliedsunternehmen fürchtet wegen der schnell steigenden Energiepreise ein hohes oder sehr hohes Risiko von Zahlungsausfällen bei ihrer Mieterschaft. Das berichtete der VdW am Sonntag nach einer internen Umfrage.



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Die 1700-Euro-Prognose basiert auf den aktuellen Kilowattstundenpreisen von über 13 Cent, die erwarteten weiteren Preissteigerungen bei Gas sind dabei nicht eingerechnet. Im VdW sind überwiegend sozial orientierte Wohnungsunternehmen mit zusammen 560.000 Wohnungen zusammengeschlossen, vor allem Genossenschaften und kommunale Gesellschaften mit günstigen Mieten. Die Warmmiete würde sich demnach im Schnitt um ein Viertel verteuern.

„Unsere Mitglieder sind sich der großen Verantwortung für die Mieterhaushalte bewusst“, sagte Verbandsdirektor Hans Maier. „Bei den Wohnungsgenossenschaften, kommunalen und kirchlichen Wohnungsunternehmen leben viele Menschen, die sich die steigenden Preise nicht so einfach leisten können.“

Freiwillige Erhöhung der Vorauszahlung

Um den Preisschock klein zu halten, hätten 71% der Unternehmen bereits Vereinbarungen über eine freiwillige Erhöhung der Betriebskosten- oder Heizkostenvorauszahlung abgeschlossen. Ein Großteil der Unternehmen biete eine freiwillige Erhöhung zwischen 25 und 50 Prozent an. Dürfen Mieter selbst einen Erhöhungsbetrag festlegen, so entscheiden sie sich im Mittel für 40 Prozent, so der VdW.

Derzeit haben laut VdW 30 Prozent der Wohnungsunternehmen noch laufende Gaslieferverträge mit fixen Preisen bis 31. Dezember dieses Jahres, weitere 29 Prozent bis 31. Dezember 2023. „Doch manche Wohnungsunternehmen bezahlen bereits jetzt mehr als 13 Cent pro Kilowattstunde und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die hohen Energiepreise voll bei der Wohnungswirtschaft ankommen“, sagte Maier.

− dpa/red