Zukunftsprojekt

Wasserstoff-Tankstelle an der A9 bei Schweitenkirchen

28.10.2022 | Stand 29.10.2022, 7:58 Uhr

Die bestehende Tankstelle im Gewerbegebiet Schweitenkirchen-West soll bis Ende 2024 mit Wasserstoffzapfsäulen ausgerüstet werden. Neben Lastwagen sollen dort dann auch ganz normale Autos betankt werden können. Fotos: Straßer

Unternehmer Rüdiger Schuma glaubt nicht an einen batterieelektrischen Schwerlastverkehr. Deshalb setzt der Geschäftsführer der Tank Energy GmbH auf Wasserstoff. Das Bayerische Wirtschaftsministerium fördert jetzt den Bau einer Wasserstofftankstelle im Gewerbegebiet Schweitenkirchen-West an der A9 zwischen München und Ingolstadt mit zwei Millionen Euro.



Etwa die gleiche Summe will Schuma noch drauflegen. Ab Ende 2024 sollen Lkw- und Autofahrer dann an der bestehenden Tankstelle auch Wasserstoff tanken können.

Die Tank Energy GmbH erweitert die bestehende Tankstelle im Gewerbegebiet Schweitenkirchen-West um Wasserstoffzapfsäulen mit 350 und 700 bar – kompatibel für Lkw, Busse und Autos. Zur Versorgung der Tankstelle mit grünem Wasserstoff soll am Standort ein Elektrolyseur mit 580 Kilowatt elektrischer Anschlussleistung errichtet und mit erneuerbarem Strom überwiegend aus Photovoltaik betrieben werden.

An einer der Hauptverkehrsadern Bayerns

Schweitenkirchen ist laut Weigert der achte Standort in Bayern und der erste in der Region Ingolstadt, den das Wirtschaftsministerium im Rahmen des Förderprogramms unterstützt. „Die Lage der Wasserstofftankstelle direkt an der A9, einer der vielbefahrensten Hauptverkehrsachsen in Bayern, ist ideal gewählt“, sagte Weigert. Bislang gibt es laut Wirtschaftsministerium 54 Wasserstofftankstellen in Deutschland davon 18 in Bayern.

Grundsätzlich setzt Schuma auf Kunden aus dem Speditionsbereich, aber auch auf Entsorgungsunternehmen. Da es aber bislang kaum wasserstoffbetriebene Lkw gibt, sollen auch Privatleute ihre Autos an den Zapfsäulen betanken können. „Ich gehe davon aus, dass nach der Eröffnung erst einmal ein paar Pkw tanken“, sagt der Unternehmer aus Rheine in Nordrhein-Westfalen. Dort hat er ein ähnliches Projekt am Laufen. 2026 könnten laut Schuma dann auch europäische Hersteller soweit sein, wasserstoffbetriebene Lastwagen in Serie herzustellen. Bislang gibt es lediglich Unternehmen, die Fahrzeuge umrüsten. „Die Technologie wurde noch vor drei Jahren totgeredet. Jetzt setzen einige Hersteller drauf.“

Freistaat mit Förderprogramm

Weigert hält Bayern für einen Schrittmacher bei der Wasserstoffmobilität. Der Freistaat sei das einzige Bundesland mit einem eigenen Förderprogramm, mit dem der Bau von Wasserstofftankstellen für Lkw und Busse vorangetrieben werde. Insgesamt belaufe sich das Fördervolumen auf 50 Millionen Euro. „Nachdem der erste Förderaufruf im März deutlich überzeichnet war, haben wir Mitte Oktober einen weiteren Aufruf gestartet und mit 20 Millionen Euro ausgestattet. Damit setzen wir wichtige Investitionsanreize, um schnellstmöglich ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen zu errichten.“

Für die Dekarbonisierung im Verkehr sei Wasserstoff essenziell und ergänze komplementär die batterieelektrische Mobilität. Weigert: „Grüner Wasserstoff spielt im klimafreundlichen Antriebsmix der Zukunft eine tragende Rolle. Gerade im Schwerlast- und Fernverkehr ermöglicht Wasserstoff ein schnelles Betanken der Fahrzeuge, große Reichweiten und Emissionsfreiheit.“ Das Förderprogramm helfe dabei eine Basisinfrastruktur aufzubauen, die die Anschaffung von Wasserstofffahrzeugen zum Beispiel für Logistiker, Fuhrunternehmer oder Kommunen attraktiver mache. „Damit lösen wir das klassische Henne-Ei-Problem. Die Henne ist da, jetzt können die Eier kullern.“

PK