München: Harte Arbeit für den Weltmeister
Schlagabtausch: In einem spannenden und engen Kampf behielt am Samstagabend Titelverteidiger Dardan Morina (rechts) gegen Herausforderer Adrian Mitu die Oberhand. - Foto: Gorodnyi
München

Am Tag nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung gönnte sich der neue und alte WKU-Weltmeister aus Ingolstadt auf der heimischen Couch Entspannung. "Das ist schon brutal, ich werde noch ein paar Tage brauchen, um zu regenerieren", sagte Morina gestern unserer Zeitung. "Man merkt dann erst in den Tagen danach, was einem alles wehtut", scherzte der 27-Jährige. Am Abend zuvor hatte der Ingolstädter Thaiboxer vor 3000 Zuschauern im ausverkauften Münchner Postpalast seinen Titel im Supermittelgewicht nach Version des Verbandes WKU gegen den Rumänen Adrian Mitu behauptet. Das Duell, das im Rahmen der "Steko's Fight Night" ausgetragen und im Fernsehen live übertragen wurde, ging über die volle Distanz von fünf Runden, am Ende stand für Morina ein klarer Punktsieg zu Buche, den das Lager seines Kontrahenten auch anerkannte.

Der 29-jährige Rumäne entpuppte sich im Verlauf des Duells am Samstagabend als die erwartet schwere Aufgabe für den Ingolstädter, der seinerseits anfangs "auch irgendwie Probleme hatte, richtig in den Kampf hineinzukommen", erklärte Morina, der im ersten Durchgang auch noch eine Kontaktlinse verlor. "Das war natürlich nicht optimal, da hatte ich zunächst einige Schwierigkeiten mit dem Sehen", sagte der Titelverteidiger.

Mitu derweil zeigte sich von Beginn an hoch motiviert und marschierte nach vorn. Der Rumäne landete auch immer wieder gute Treffer. Morina allerdings spielte seine Erfahrung aus, parierte viele Angriffe seines Kontrahenten - und brachte seinerseits immer wieder Fäuste und Kicks ins Ziel. "Er war wirklich ein sehr starker Kämpfer", zollte der Ingolstädter seinem Kontrahenten nach dem Duell Respekt. "Er hat natürlich auch versucht, mich zu provozieren. Aber ich habe mich darauf nicht eingelassen und mein Ding durchgezogen. Ich hatte nicht die Kraft, ihn k. o. zu schlagen. Aber ich hatte die Kraft, um den Kampf zu gewinnen", bilanzierte Morina, dessen Nase nach einem Kopfstoß des Rumänen am Tag darauf "auch etwas lädiert" war.

Im Verlaufe des engen Kampfes wurden beide Kämpfer vom Ringrichter auch angezählt, jeweils in der vierten Runde. Zunächst landete Morina einen linken Haken am Kopf seines Gegners, woraufhin Mitu ins Wanken geriet. Doch der Rumäne fing sich wieder - und konterte kurz darauf mit einer ebenfalls starken Aktion: Sein Drehkick landete im Leberbereich Morinas. "Da musste ich kurz runter, bin aber gleich wieder aufgestanden. Es war ein harter Kick, aber nichts wirklich Ernstes", erklärte der Ingolstädter, dem am Samstagabend insgesamt "die Lockerheit aus den vergangenen Kämpfen" fehlte. "Vielleicht nehme ich mir aber auch immer zu viel vor", zeigte sich der neue und alte Weltmeister nachdenklich.

Für Morina wird es in diesem Jahr wohl der letzte Kampf gewesen sein. "Jetzt werde außerhalb des Ringes bei verschiedenen Projekten Vollgas geben", kündigte der 27-Jährige an. Unter anderem will Morina in Ingolstadt ein eigenes Boxstudio eröffnen. "Da schauen wir gerade nach Räumlichkeiten, das ist mein nächstes großes Projekt", erklärte Morina. Auch für seine Familie wird der Ingolstädter nun wieder mehr Zeit haben. Töchterchen Mayla wurde am Samstag zwei Jahre alt - die Geburtstagsfeier fand schließlich mit einem Tag Verspätung statt. "Ich konnte ihr den Sieg schenken", freute sich Morina.