Pfaffenhofen: Ein Holledauer im Werder-Tor
Tritt bei Werder Bremen in große Fußstapfen: Torwart Raphael Wolf - Foto: mago
Pfaffenhofen
Wolf geht den Kampf um die Nummer eins in der Hansestadt mit einigem Respekt vor seinem Konkurrenten Sebastian Mielitz an – aber auch mit viel Selbstbewusstsein. „Ich wollte unbedingt wieder nach Deutschland. Das Angebot von Werder war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt er und hofft, dem Verein sportlich auch weiterhelfen zu können – „als Torwart, der gerne mitspielt und ein sicherer Rückhalt ist“. Bremen sei ein guter Verein mit viel Tradition und noch mehr Erfolgen. „Daran wollen wir anknüpfen“, fügt Wolf an. Er weiß sehr genau, dass der Kampf um den Platz zwischen den Pfosten gegen Mielitz kein Selbstläufer wird. „Ich kenne ihn noch nicht, aber werde ihn in vielen Trainingseinheiten bald sehr gut kennenlernen. Wir werden dieses Rennen mit großem Respekt voreinander hinbekommen – und zwar einzig und allein auf dem Platz.“

Die Referenzen des Keepers, der seine ersten Bälle beim FSV Pfaffenhofen fing und als Kind außerdem beim MTV Pfaffenhofen und beim FC Tegernbach im Tor stand, sind erstklassig. Er wechselte früh zur SpVgg Unterhaching – und im Juli 2004 ging es weiter zu den Junioren des Hamburger SV. Nach 25 Einsätzen in der Regionalliga Nord gab Wolf sein Profidebüt am 18. Juli 2009 allerdings nicht beim HSV, sondern beim SV Kapfenberg in der österreichischen Bundesliga. In der Alpenrepublik avancierte er zum Stammtorwart und absolvierte in drei Jahren insgesamt 104 Bundesliga-Spiele. Dabei erntete er stets gute Noten, obwohl Kapfenberg in der abgelaufenen Saison abgestiegen ist.

Die Werder-Späher wurden auf Wolfs starke Leistungen aufmerksam, eine Empfehlung von Trainer Thomas von Heesen trug seinen Teil dazu bei. So unterbreiteten die Hanseaten dem 23-Jährigen, dessen Marktwert aktuell laut Transfermarkt.de auf rund 900 000 Euro taxiert wird, schließlich einen Dreijahresvertrag, der bis Juni 2015 läuft. Klaus Allofs, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, attestiert Wolf „großes Entwicklungspotenzial“ und sagt allen Beteiligten „einen guten Konkurrenzkampf mit Mielitz“ voraus. „Er ist ein junger, ehrgeiziger Torhüter, der über eine gewisse Erfahrung verfügt und Konstanz unter Beweis gestellt hat“, beschreibt ihn Allofs.

Werder-Chefcoach Thomas Schaaf sieht die Bremer nach der Verpflichtung des 23-Jährigen gut aufgestellt. „Schön, dass wir Raphael für uns begeistern konnten“, sagt er. „Das wird eine Konkurrenzsituation auf hohem Niveau – wie wir uns das gewünscht haben.“