Eichstätt: Ein Hauch von Bundesliga
Eine ganz besondere Partie ist das Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern München II für Maximilian Eberwein (rechts). Der VfB-Akteur wurde beim deutschen Rekordmeister ausgebildet. ‹ŒArch - foto: Traub
Eichstätt

Namhafte Spieler gingen bereits aus der Talentschmiede des deutschen Rekordmeisters hervor. Philipp Lahm, David Alaba oder Thomas Müller sind nur ein paar klangvolle Namen, die über die zweite Mannschaft den Sprung auf die ganz große Bühne des Weltfußballs schafften. Als der VfB Eichstätt als frischgebackener Landesliga-Aufsteiger in einem Freundschaftsspiel Ende Mai 2009 auf die erste Mannschaft des FC Bayern München traf, machte Müller - als Ergänzungsspieler hochgezogen von den Amateuren, weil die Nationalspieler auf Asienreise waren - mit einem Fünferpack erstmals in der regionalen Fußballszene auf sich aufmerksam. Mit 8:3 gewann der FCB damals gegen den VfB - und für Müller war es der Startschuss in eine erfolgreiche Karriere.

Aus dem aktuellen Kader sind unter anderem Felix Götze, der jüngere Bruder von Mario Götze, und Fabian Benko bereits mit einem Profivertrag ausgestattet. Vornehmlich sollen die Talente in der Regionalliga Spielpraxis sammeln, dürfen aber im Training oder aber bei den Testspielen immer mal wieder Profiluft schnuppern. Mit Manuel Wintzheimer, Timothy Tillman, Marco Friedl und Christian Früchtl standen zuletzt sogar vier Spieler beim Audi-Cup gegen den SSC Neapel in der Startelf, und diverse Nachwuchshoffnungen durften die Asientour mit der Profimannschaft absolvieren. Statt AC oder Inter Mailand, Arsenal London oder Chelsea heißt der Gegner nun aber VfB Eichstätt.

Einer, der auch beim FC Bayern München ausgebildet worden ist, ist Maximilian Eberwein. Der inzwischen 23-Jährige spielte für die Junioren des Rekordmeisters, kam bei den Amateuren dann aber nur zu einem einzigen Einsatz. Im November 2011 stand er in einem Spiel gegen den SV Waldhof Mannheim als A-Jugendlicher unter anderem mit Emre Can (jetzt FC Liverpool und deutscher Nationalspieler) und Nils Petersen auf dem Platz. Nach weiteren Stationen bei der U 19 der SpVgg Greuther Fürth und der Regionalliga-Mannschaft des FC Ingolstadt kam der Innenverteidiger im Sommer 2014 nach Eichstätt - und steht dem VfB heute Abend letztmals vor seiner rund fünfmonatigen beruflichen Abwesenheit zur Verfügung.

Kapitän Benjamin Schmidramsl fällt unterdessen mit einem Außenbandriss für mindestens vier Wochen aus (wir berichteten). Mattes nutzte das Pokalspiel in Aiglsbach jedenfalls nicht, damit sich eine neue Viererkette einspielt. Stattdessen kamen Marcel Kraft und Fabian Heckel nach langer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz. "Marcel hat gut trainiert und sich den Einsatz verdient. Er braucht aber ebenso wie Fabian noch Spielpraxis", sagt der VfB-Coach und meint: "Normalerweise wird Markus Waffler, der gegen Aiglsbach eine Pause bekommen hat, wieder als Innenverteidiger auflaufen." Wer neben dem 20-Jährigen verteidigt, ließ Mattes offen.

Mit dem Pokal-Auftritt seiner Schützlinge war der 42-Jährige nicht wirklich zufrieden. "Es war das erwartet schwere Spiel", sagt er, "aber im Endeffekt zählt nur das Ergebnis. Unser Hauptaugenmerk liegt trotzdem auf den Spielen in der Regionalliga Bayern." Den FC Bayern München II schätzt der VfB-Trainer als sehr spielstarke Truppe ein. "Sie haben dem 1. FC Schweinfurt die erste Saisonniederlage beigefügt, obwohl sie nicht gut aufgestellt waren. Da werden wir im Vergleich zum Spiel gegen den FC Augsburg II schon ein paar Prozent mehr drauflegen müssen, um erfolgreich zu sein." Das Selbstvertrauen und der Glaube an sich selbst seien allerdings da. "Wir werden wieder alles reinhauen, was wir haben", verspricht der Eichstätter Übungsleiter.

Derweil wurde bekannt, dass sich Carmine De Biasi dem VfB anschließt. Der 26-jährige Mittelfeldspieler spielte für Eichstätt bereits in der Bayernliga und kommt vom Landesligisten SC Schwabach.