Ingolstadt: Ohne Nummer eins  ins Abstiegs-Endspiel
Muss um seine Position bangen: Cheftrainer Maik Walpurgis ließ gestern offen, ob Martin Hansen nach überstandenem Infekt am Samstag gegen Bremen ins FCI-Tor zurückkehrt. - Foto: Imago
Ingolstadt

Bis zur Vorwoche stellte sich die Frage nach der Nummer eins überhaupt nicht. Schließlich stand Torhüter Martin Hansen seit der Amtsübernahme von Walpurgis beim FC Ingolstadt 18-mal hintereinander in der Startelf. Lediglich im Heimspiel gegen RB Leipzig, als der Däne aufgrund einer Knieverletzung ausgewechselt werden musste, kam Konkurrent Örjan Nyland zu 32 Minuten Einsatzzeit.

Am vergangenen Samstag fiel Hansen dann wegen eines grippalen Infektes kurzfristig aus. Nyland sprang ein und zeigte für Walpurgis trotz der 0:3-Pleite eine achtbare Leistung. "Er hat keinen Fehler gemacht und war an den Gegentoren total unschuldig", lobte der Trainer seinen zweiten Keeper überschwänglich und ließ die Besetzung der Torwartposition für das Bremen-Spiel offen: "Wir haben zwei gute Torhüter. Ich versuche ja immer mal wieder eine Art Überraschungs-Ei zu sein. Deswegen werde ich mich in dieser Frage heute noch nicht festlegen", erklärte Walpurgis gestern.

Inwieweit diese offene Personalfrage die seit neun Spielen ungeschlagenen Bremer tatsächlich verwirrt, muss abgewartet werden. Parallel dazu stellt sich aber natürlich die Frage, warum Walpurgis vor einem so bedeutenden Spiel die Torhüterposition ausschreibt, schließlich fallen mit Marvin Matip, Romain Bregerie und Markus Suttner bereits drei etablierte Kräfte definitiv aus. Ob dies der richtige Zeitpunkt für eine Umbesetzung ist?

Hansen selbst spricht von einem "gesunden Konkurrenzkampf" innerhalb des Kaders, den es auf jeder Position gebe. "Das ist im Fußball normal und hilft allen, die beste Leistung abzurufen", sagt er. Über den Zweikampf mit Nyland und mögliche Vorteile im Vergleich mit dem Norweger mag er aus Prinzip nicht reden. Über sich selbst sagt er: "Ich bin ein Siegertyp ("I'm a winner")." Warum er gegen Bremen zum Einsatz kommen sollte? "Weil ich mit dem Team schon Spiele gewonnen habe."

Lässt man die Partie gegen Leipzig raus, dann holte Hansen bei seinen 17 Einsätzen immerhin acht Siege und spielte dabei dreimal zu null. Die Leistungen des 26-Jährigen waren dabei immer ordentlich, überragende Partien lieferte er aber noch nicht ab. Nyland wartet nach 16 Ligaspielen weiter auf den ersten Sieg mit dem FCI.

Dennoch sieht Walpurgis in beiden Kandidaten Torhüter, die dem Klub auch mal einen Punkt oder einen Sieg retten können. "Das haben beide schon bewiesen. Örjan nach seiner Einwechselung gegen Leipzig, Martin gegen Darmstadt, Mainz und in so manchem Heimspiel."

Hansen, der schon seit Dienstag wieder voll trainiert, versucht sich von den Diskussionen in seiner Vorbereitung auf Samstag nicht ablenken zu lassen. "Das Spiel gegen Bremen ist enorm wichtig", sagt er angesichts der vier Zähler Rückstand auf Relegationsplatz 16. Hansen ist optimistisch: "Wenn wir gewinnen, ist alles wieder offen." Dabei weiß er noch nicht mal, ob er spielt.


U23-Spieler Leo rückt auf


FCI-Trainer Maik Walpurgis muss gegen Bremen auf die gesperrten Marvin Matip, Markus Suttner und Romain Bregerie verzichten. Außerdem konnten Mathew Leckie (Hüfte) und Marcel Tisserand (Wade) zuletzt nicht voll trainieren, dürften mit Blick auf Samstag aber rechtzeitig fit werden. Als Nachrücker steht Linksverteidiger Anthony Jung fest, außerdem könnte Sonny Kittel erneut eine Chance bekommen. Walpurgis legte sich überdies fest, dass mit Giuseppe Leo auch ein Verteidiger aus der U 23 zumindest auf der Bank sitzen wird. „Stand heute ist auch möglich, dass er spielt“, erklärte der Coach.