Frau Bulling-Schröter, Ihre Zeit im Bundestag ist zwar abgelaufen, trotzdem gehörten Sie zur deutschen Delegation beim Weltklimagipfel in Bonn. Was sagen Sie zu den Ergebnissen?

Eva Bulling-Schröter: Es war eine technische Konferenz, bei der es keine großen Abschlusserklärungen gibt. Es ging um Regularien, zum Beispiel, dass in jedem Land die Reduzierung von einer Tonne CO2 gleich gewertet wird. Sie haben viel geredet, jetzt muss umgesetzt und nachgebessert werden. Denn momentan sind wir immer noch auf dem Weg zwischen 2,7 und 4 Grad Klimaerwärmung.

 

Beim Klimaschutzindex 2018 landet Deutschland im Mittelfeld auf dem 22. Platz. Es gibt ein Bekenntnis zu den Pariser Klimazielen, aber Kritiker sagen, dass Maßnahmen zur Umsetzung fehlen. Was meinen Sie?

Bulling-Schröter: Wir werden, wenn jetzt nichts passiert, die Klimaschutzziele - also 40 Prozent CO2-Ausstoß bis 2020 zu reduzieren - krachend verfehlen. Die neue Koalition muss wirklich liefern. Das heißt: Kohlekraftwerke abschalten, beim Verkehr etwas tun, mehr regenerative Energien einsetzen und Gebäude dämmen.

 

Brüssel droht jetzt mit einer Klage gegen Deutschland wegen der hohen Schadstoffbelastungen in vielen Städten. Wird das die Verkehrswende beschleunigen?

Bulling-Schröter: Das hoffe ich. Die Autohersteller müssen sehen, dass sie endlich etwas tun müssen. Das wird auch ein Wettbewerbsvorteil sein.

 

Nach 20 Jahren Umweltpolitik - wie lautet Ihre Klima-Prognose?

Bulling-Schröter: Wenn nicht jetzt - wann dann?

 

Die Fragen stellte Suzanne Schattenhofer.