Charity Boxen Uwe Hück - Luan Krasniqi
Der Porsche-Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück (r) boxt am 16.11.2013 in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) gegen den ehemaligen Profiboxer Luan Krasniqi. Unter dem Motto « Blaue Flecke für soziale Zwecke» kämpfen Hück und Krasniqi um die Charity-Weltmeisterschaft im Schwergewicht. Foto: Daniel Maurer/dpa
Daniel Maurer (dpa)
Ludwigsburg
Gewonnen haben aber beide: Unter dem Motto „Blaue Flecke für soziale Zwecke“ sammelten sie am Abend Spendengelder, die Kindern der Lernstiftung Hück und SOS-Kinderdörfern im Kosovo zugutekommen.

Die ehemalige Profiboxerin Regina Halmich meinte zwar, Krasniqi werde „richtig Vollgas geben“, doch dann nahm er sich schmunzelnd zurück, als er erkannte, der 51-jährige Hück könne ihm nicht wirklich gefährlich werden. Dennoch ein dickes Lob: „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so hart an sich arbeitet. Ich bin froh, dass ich Uwe kennenlernen durfte, er ist ein toller Mensch.“ Den Einmarsch der Gladiatoren begleiteten hallenhohe Feuersäulen, Lichtblitze, Sternenregen, Livemusik und der Donner aus den Endrohren von vier Harleys.

Der Schlagabtausch am Samstagabend war dann, nach sieben richtigen Faustkämpfen, mitunter belustigend. Anders eben als Wettkämpfe, in denen es um Geld und Titel geht. Hück überrannte Krasniqi zweimal fast, vor der letzten Runde saß Hück in seiner Ecke, als Krasniqi ihn schon erwartete. Arslan Firat, einst Box-Weltmeister und nun Krasniqis Coach, mahnte zwar immer wieder „mehr zum Körper“, „schnelle Hände“, resümierte aber meist schon nach eineinhalb Minuten: „Okay, du hast die Runde.“ Die Fans standen auf Hücks Seite: „Hau ihn endlich um, Uwe“ und „Uwe, Uwe“-Gesänge stimmten viele der 3500 Zuschauer immer wieder an.

Angst mussten Hücks viele Freunde und Fans ab Mitternacht nicht haben. Der Porsche-Mann hatte sich auf die Schulter „Respekt“ aufdrucken lassen. Den hatte Krasniqi denn auch. Respekt vor dem großen Herzen seines Kontrahenten und Freundes. Mit dem ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking saß ein langjähriger Weggefährte von Hück am Ring, das Spektakel nicht entgehen lassen wollten sich auch Rea Garvey (Sänger von Reamonn), Sängerin Andrea Berg und Schauspieler Ralph Möller (der von Wladimir Klitschko grüßte). Terminator Arnold Schwarzenegger überbrachte Glückwünsche per Video, Comedian Bülent Ceylan hatte mehrere Nachrichten vorbereitet. Eine davon: „Uwe, bist du bei Seat oder was? Du bist bei Porsche, kämpfe wie ein Porsche.“

Laut wurde es, als Udo Lindenberg, der mit Hück befreundet ist, mit Hut und Sonnenbrille eine Stunde vor dem Kampf in die Halle schlappte. „Es ist geil, hier zu sein. Aber ich sage nur ,keine Panik’.“ Später, mit dunkler Sonnenbrille im dunklen Gang, schlenderte er zur Aftershow-Party und ließ sich dort geduldig von jedem willigen Handybesitzer ablichten. Andrea Bergs Wunsch, dass „Herr Hück nicht so viel auf die Nase kriegt“, ging zwar nicht in Erfüllung. Aber Hück stand nach zehn Runden wie eine deutsche Eiche im Ring. Was Krasniqi gefiel: „Als ich das erste Video vom Thaiboxer Hück sah, musste ich lachen. Heute muss ich sagen: Er hat sich verbessert.“

Die Sieger standen bei der zur ersten Charity-Box-WM ausgerufenen Veranstaltung (Krasniqi ist erster Titelträger) schon vor dem ersten Gong fest. Und Kinder könnten schon bald von der zweiten Charity-WM profitieren: Denn weil Krasniqi Hück liebevoll als „genialen Herausforderer“ adelte, konnte Hück nicht anders: „Ich habe vor Luan zwar einen granatenmäßigen Respekt. Aber ich will eine Revanche. Nächstes Jahr. Ich werde besser sein als heute.“