Handschlag stammt von dem Regisseur Gregor Frei selbst ein Urschweizer. Glaubt man Schweizer Medien, haben wir ein Ausländerproblem. Viele hetzen gegen die Muslime. Ich wollte zeigen, dass es auch anders geht, erklärte Frei. Über den Hauptpreis freute sich der Regisseur sehr. Das ist für mich eine große Auszeichnung, weil sich mein Film gegen eine internationale Auswahl durchsetzen konnte. Der Gewinn hätte ihn überrascht, da sein Film wegen seiner schlichten Form nicht sehr auffällig sei.
Ich habe heute Filme gesehen, die stilistisch wirklich herausstechen, bemerkte Frei.
Ingolstadt: "Eine tolle Auswahl"
„Handschlag“: Mit der Geschichte über eine grenzenlose Freundschaft gewann Gregor Frei den Hauptpreis des Festivals. - Foto: Privat
Ingolstadt

Für das große Finale im Stadttheater hatten die Organisatoren am Freitag die filmischen Höhepunkte aus der gesamten Kurzfilmwoche gezeigt, sowie einige Neuheiten. Die Schauspieler Barbara Schmick und Ralf Lichtenberg moderierten den Abend. Jeden Film stellten sie mit einem kurzen Stück vor. Das gefiel auch den Regisseuren. „So können die Filme viel besser wirken“, sagte Gregor Frei.

Neben Frei waren weitere Regisseure und Filmteams zu dem Kurzfilmfestival angereist. Die russische Regisseurin Yulia Melamed landete bereits am Montag in Deutschland und erlebte die Filmwoche von Anfang bis Ende. „Ich habe hier wirklich eine tolle Auswahl an Filmen gesehen. Außerdem haben die Organisatoren die Filme in einer interessanten Reihenfolge aufeinander abgestimmt“, schwärmte die Regisseurin. Das bestätigte ihr brasilianischer Kollege Daniel Barosa. „Die Filmabende sind wunderbar komponiert.“

Zu den Siegern des großen Finales gehörten auch der belgische Film „Das besondere Leben von Rocky de Vlaeminck“, „Chewing Gomme“ aus Kanada, der deutsche Kurzfilm „Legacy“ und der Dokumentarfilm „Baggern“ aus der Schweiz. Besonders der Film aus Belgien traf den Geschmack der Zuschauer im Stadttheater. Über 13 Minuten setzte sich „Het bijzondere Leven van Rocky de Vlaeminck“, wie er im Original heißt, mit dem Thema Sterben auseinander. Doch so makaber, dass das Publikum immer wieder in lautes Gelächter ausbrach. Da Regisseur Kevin Meul an diesem Abend nicht anwesend sein konnte, schickte er seine Dankesrede per Video. „Der Preis schenkt mir neue Motivation, um weiter Skripte zu schreiben und Filme zu machen“ sagte er. Neben den Kurzfilmen wurde erneut die beste Filmmusik ausgezeichnet. Den ersten Platz teilten sich zwei Komponisten: DJ Legérè und Klingt Eastwood hatten mit ihrer musikalischen Interpretation von Sönke Helds stummer filmischer Vorlage überzeugt.

Festivalorganisatorin Bettina Reinisch zeigte sich bei der After-Show-Party zufrieden mit dem Verlauf der sechsten Auflage von 20min/max. „Wir hatten mehrere ausverkaufte Tage und haben heute Abend das Stadttheater gut gefüllt.“ Die Reichweite und Anerkennung des Filmfestes steige von Jahr zu Jahr. „Dazu haben wir ein sehr gemischtes Publikum – quer durch alle Bevölkerungsgruppen und Altersschichten.“ Einer Kurzfilmwoche 2013 steht also nichts im Weg.