Waidhofen: Neun fesche Weiber auf dem Highway To Hell
Foto: Gerlinde Drexler
Waidhofen

Und dann sind da ja noch die Plattler-Bixn - nach eigener Beschreibung "neun fesche Weiber, de moi auf de Idee kemma san, as Schuaplattln zu lerna". Das war vor etwa einem Jahr. Jetzt, beim Bürgerfest lösen sie schon mit ihrem ersten großen Auftritt bei den Zuschauern Jubelstürme aus. Sie verblüffen die Waidhofener mit ihrem frechen Auftritt, bei dem auch mal Späne fliegen.

Wochenlang haben sich die neun "Weiber" auf den Abend vorbereitet und sich viel einfallen lassen. Sie zeigen nicht nur gekonnt verschiedene Plattler, sondern sägen auf der Bühne auch noch Holz, verwandeln sich in hippe Tänzer und platteln zum Schluss sogar als Hard Rocker mit schwarzer Perücke zu "Highway To Hell". Gut getarnt mit Perücke mischt sich bei dem rockigen Plattler auch Helmut Friedl, Vorsitzender der Feuerwehr Waidhofen, unter die Tänzer. Und auch sein Stellvertreter, Konrad Reiner, legt mit der Gitarre einen fetzigen Auftritt im Stil von AC/DC hin.

Es ist das 38. Bürgerfest, das die Waidhofener Feuerwehr organisiert hat, und die Stimmung kocht. Die ersten begeisterten Pfiffe gibt es von den Zuschauern schon für den Auftritt der Nachwuchs-Rock'n'Roller der Waidhofener Faschingsgesellschaft Paartal-Au. 28 Kinder und Jugendliche zwischen neun und 18 Jahren hüpfen scheinbar federleicht zu Rock'n'Roll-Musik über die Bühne. Mehrere Choreografien haben die Trainer während der vergangenen rund sechs Monate mit ihnen einstudiert.

Die zwölf Jüngsten sind neu in der Gruppe, zeigen aber schon wie am Schnürchen die flotten Kicks des sportlichen Tanzes. Das Publikum ist begeistert und Tanja Waldmüller, die als Trainerin mit auf der Bühne ist, ist stolz auf ihre Truppe. Bei einem Auftritt vor heimischem Publikum seien sie besonders nervös, weil alle Mamas und Papas zusehen, sagt sie. Mit waghalsiger Akrobatik zu fetzigen Rhythmen begeistern später am Abend die großen Rock'n'Roller von Hot & Crazy. Ihr Tanzprogramm, das unter dem Motto "Amerika" steht, beinhaltet anspruchsvolle Tanzfiguren und geradezu waghalsige Akrobatik. Wie schon bei den Auftritten der anderen Gruppen drängen auch diesmal die Zuschauer nach vorne, um alles gut sehen zu können. Fotoapparate und Handys werden hochgehalten, es wird geknipst und gefilmt. Auch der Aufritt des Elferrates wird so festgehalten. Die Faschingshonoratioren haben sich für ihre Show in Figuren eines Videospiels rund um die Figur Super Mario verwandelt.

Im Hintergrund sind die Mitglieder der Feuerwehr aktiv. Sie füllen die Getränke ein, arbeiten in der Küche und sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Damit das Bürgerfest in der Turnhalle stattfinden kann, haben 43 Mitglieder der Feuerwehr geholfen, innerhalb weniger Stunden die Turn- in eine Festhalle zu verwandeln. Rund 810 ehrenamtliche Stunden investiere man in den Auf- und Abbau des Festes, hat Konrad Reiner, der stellvertretende Vorsitzende, überschlagen.

Im Duschraum sind die Spültische aufgebaut worden, der Materialraum für Turngeräte hat sich für einen Tag in eine Küche verwandelt. Dabei war lange unsicher, ob das Bürgerfest heuer überhaupt in der Turnhalle würde stattfinden können, weil sie als Unterkunft für Asylbewerber im Gespräch war.

Eine Veränderung wird es im kommenden Jahr beim Bürgerfest auf jeden Fall geben: Nach rund zehn Jahren an der Kasse gehen Franz Krammer, Johann Festl und Josef Pfeifer "in Rente". In dieser Nacht aber sind sie noch einmal ganz in ihrem Element.