Bei der erfolgreichen Rettung der chinesischen Bergarbeiter war Bauer-Technik aus Schrobenhausen beteiligt.
Ulrich Schöpf
Schrobenhausen
Das Unglück mit 29 verschütteten Bergleuten in einer Gips-Mine geschah bereits am 25. Dezember 2015. Elf von ihnen wurden sofort werden, einer starb. 13 Kumpel galten als vermisst. Vier Bergleute hatten sich in einen geschlossenen Raum retten können und sandten Lebenszeichen. Zu ihnen wurde gleich in den ersten Tagen nach dem Einsturz der Mine eine Versorgungsbohrung hergestellt, später noch eine zweite, sodass sie mit Nahrung und Kleidung versorgt werden konnten.

Dann hieß es ausharren. Erst musste die nötige Bergungstechnik zur Mine geschafft werden. Das wichtigste Gerät war eine Tiefbohranlage, die unter der Typenbezeichnung Prakla RB-T 90 vor einigen Jahren speziell für den Einsatz bei Grubenunfällen in China konstruiert und gebaut wurde, sechs Anlagen wurden damals ausgeliefert. Das Konzept wurde bei Bauer entwickelt. Um es schnell in Einsatz bringen zu können, ist kein Tieflader nötig, das Gerät auf vier Achsen braucht nur eine Zugmaschine. Die Geräte werden quasi im Stand-by-Modus vorgehalten, und als Ende Dezember die Anforderung eintraf, war das benötigte Gerät nach einem ganzen Jahr Stillstand, wie Konstrukteur Stefan Hackl erklärt, ohne größere Umstände einsatzbereit.

Zur Bohrung des Rettungsschachts waren noch zwei weitere Bauer-Geräte im Einsatz, eine BG 38 und eine BG 26. Mit diesen klassischen Bohrgeräten wurden Vorbohrungen ausgeführt, ehe es mit der Tiefbohranlage RB-T 90 bis über 200 Meter hinabging. Wie Ulrich Schöpf, Ingenieur der Bauer-Tiefbohrtechnik berichtet, zählte die schwierige Geologie zu den technischen Problemen der Rettungsaktion, Gips ist brüchiges Material. Die ersten Bohrungen konnten nicht stabilisiert werden, am Ende mussten Verrohrungen das gebohrte Loch stützen.

Von Bauer-Seite war ein großes Team im Einsatz, darunter mehrere Spezialisten aus Schrobenhausen, die schon mit der Entwicklung der Bohranlage RB-T 90 zu tun hatten. Aus Deutschland kamen Peter Eicher, Rudi Wolf und Luka Seslak an sie Unglücksstelle, aus der chinesischen Bauer-Belegschaft verstärkten Andreas Hafner, Richard Wang und Jack Liu das Team.

An der Spitze der Bauer AG wurden die Vorgänge der letzten Tage laufend verfolgt. "Wir sind stolz darauf, dass wir mit unseren modernen Maschinen in der Lage sind, in einer solch schwierigen Situation entscheidende Hilfe zu leisten", sagte Thomas Bauer, Vorstandsvorsitzender der Bauer AG. In China rief die finale Rettungsaktion auch die Medien auf den Plan. Fernsehkameras empfingen die Geretteten, als sie in ihrem Bergungsgeschirr an die Oberfläche kamen, Sonntagszeitungen brachten die Rettung auf der Titelseite.