Sitzt sich gut: Martha Schwarzbauer und Josef Dietenhauser testeten schon einmal die Bänke, die nach dem Innenstadtumbau aufgestellt werden sollen.
Sitzt sich gut: Martha Schwarzbauer und Josef Dietenhauser testeten schon einmal die Bänke, die nach dem Innenstadtumbau aufgestellt werden sollen. Das Planungsbüro hatte ein Exemplar mit in die Sitzung gebracht.
Burgstaller
Schrobenhausen
Der Schrobenhausener Bau- und Umweltausschuss wählte am Montagabend Möblierung sowie Bepflanzung der neuen Innenstadt aus: viel Grau, dazwischen Grün.

Was war das noch für eine schwere Entscheidung damals, im Sommer: Sollen nach dem Altstadtumbau Platanen die Gehwege säumen oder doch Spitzahorn? Und worauf sollen die Schrobenhausener künftig nur sitzen? Bänke aus Holz, Metall - oder gar beidem? Entscheidungen, die damals einfach zu schwer zu fällen waren. Am Dienstagabend allerdings, da lief es mit dem Entscheiden nun wie geschnitten Brot. Ob die Ausschussmitglieder da heimlich nachgesessen haben, um dann in der öffentlichen Sitzung zu demonstrieren, wie toll sie sich einig sein können? Egal! Es zählt ja schließlich das, was am Ende rauskommt. Und das ist doch eine Menge.

Denn nach dieser Sitzung ist endlich klar, wie die Altstadt dann, wenn sie fertig ist, aussehen wird: "Reduziert und modern", wie Uwe Reil vom Innenstadtplanungsbüro SHL nicht müde wurde zu sagen. Oder: Grau mit Grün dazwischen. Die Blumenkübel, die Mülleimer, die Fahrradständer, die E-Bike-Ladestation und die Stützen der Sitzbänke - alles wird künftig im Farbton DB 701, einem kräftigen Grau, erstrahlen. Ob das graue Pflaster am Boden denselben Farbton trägt, ist zwar nicht bekannt, aber das ist nicht schlimm. Grau und grau gesellt sich schließlich gerne. Oder wie Inge Eberle (CSU) erkannte: "Das passt alles zusammen."

Der Rest, der dann noch zu entscheiden war - eckige oder runde Mülleimer mit großem oder kleinem Einwurfloch, konisch geformte, eckige oder ganz runde Pflanzenkübel aus Stahl oder Kunststoff, Retrofahrradständer oder reduzierte -, war schnell entschieden, in den meisten Fällen sogar einstimmig. Die Ergebnisse: Die Schrobenhausener bekommen runde Abfalleimer mit kleinen Einwurflöchern (Bürgermeister Karlheinz Stephan: "Da soll ja keiner seine Müllbeutel von daheim reinschmeißen können"), konisch geformte Pflanzenkübel aus Kunststoff (Andy Vogl: "Das ist pflegeleichter") und Fahrradständer, die aussehen, wie kleine Fußballtore ohne Netz (Toni Bayerstorfer: "Die sind zweckdienlich und Kunst wird aus Fahrradständern eh nie").

Ähnlich leicht fiel den Ausschussmitgliedern die nächste Entscheidung. Denn zum Grau-in-grau-Ensemble gesellt sich ja schließlich doch noch etwas Farbe: Das Pflanzengrün, das ausladend aus den grauen Kübeln wachsen soll. Was da nun aber letztendlich so üppig grünt, das war den Ausschussmitgliedern jetzt gar nicht mehr so wichtig. "Ehrlich gesagt ist mir das egal. Die Gärtner vom Stadtbauhof machen eine tolle Arbeit, die werden das schon machen, dass es passt", sagte Andy Vogl (CSU) und sprach den meisten damit anscheinend aus der Seele. Nur eine Bedingung hatte Gerhard Winter (CSU) noch: "Keine Bäume mit Früchten. Sonst haben wir da immer so einen Baatz am Boden und dann schaut's schnell wieder gschlampert aus." Auch das ein Vorschlag, der von allen unterstützt wurde. Wir lernen also: Gut Ding will Weile haben, eine Innenstadtmöblierung anscheinend auch. Waren die Diskussionen im Sommer also unnötig. Ja. Letztendlich aber hat der Bauausschuss ja noch einmal die Kurve bekommen.