Schrobenhausen: Außergewöhnlicher musikalischer Abend
Die Jugendtanzgruppe Javonélis zeigte traditionelle litauische Tänze. Der Leiter des Kinderheims in Kaunas (Foto r., r.), der ebenfalls nach Schrobenhausen gekommen war, überreichte eine Dankesurkunde an Manfred Schwaak - Fotos: Fuhrmann
Schrobenhausen

Nachdem die Jazzband Midnight Blue melodisch in den Abend eingestimmt hatte, eröffnete Manfred Schwaak, der Vorsitzende der Kinderhilfe Litauen, die Feier. Er bedankte sich bei allen, die zum Gelingen dieses Projektes beigetragen haben. Benjamin Wittstock, Honorarkonsul Litauens aus München, sprach im Namen des Botschafters Dank und Anerkennung für die selbstlose Hilfe des Vereins in seinem Heimatland aus.

Der Leiter des Kinderheims in Kaunas, der ebenfalls nach Schrobenhausen gekommen war, bedankte sich im Namen des litauischen Bürgermeisters bei den Vereinsmitgliedern und überreichte eine Dankesurkunde. Als Manfred Schwaak auf die Bühne gerufen wurde, brandete tosender Applaus im Saal auf. Mit einer herzlichen Umarmung nahm er die Auszeichnung entgegen.

Durch den musikalischen Teil des Abends führte der stellvertretende Musikschulleiter Friedrich Halbleib. Er stellte den Gästen die Solisten Aleksanrda Charina (Klavier) und Edvinas Beniulis (Klarinette) vor, die beide das heimatliche Konservatorium mit Bestnoten abgeschlossen haben. Nachdem sie in Italien erfolgreich auf Konzertreise waren, führte sie ihr erster Auftritt in Deutschland nach Schrobenhausen. Die beiden präsentierten vier Stücke. Beim Klaviersolo der erst 19-jährigen Künstlerin konnte man den warmen Frühlingsabend auch musikalisch spüren.
 

Anschließend hieß es Bühne frei für den Auftritt der Jugendtanzgruppe Javonélis. Diese hat sich zur Aufgabe gemacht, traditionelle litauische Tänze zu erhalten. Die Jugendlichen infizierten das Publikum mit ihrem Esprit und Schwung.

Und nicht nur die Gäste kamen in Bewegung. In einer Umziehpause bemerkte Hausherr Thomas Bauer, dass sich die Bühne auseinandergeschoben hatte. Tatkräftig versuchte er zuerst alleine die Bühne wieder zu richten. Nach und nach wurden alle kräftigen Männer aus den Reihen zur Unterstützung angefordert. „Ich habe so was auch noch nie gemacht, aber das kriegen wir schon!“, rief Bauer den wartenden Zuschauern zu. Auf der frisch reparierten Bühne verabschiedenden sich die Tänzer mit einem urigen Holzschuhtanz.

Nach einer Pause, in der die Gäste mit Leckereien versorgt wurden, kam der Auftritt von Ronja-Sophie Pütz. Schon mit dem ersten Ton ihrer Violine verzauberte sie das Publikum im Konferenzsaal. Die ehemalige Maria-Ward-Schülerin, die von ihrer Mutter am Klavier begleitet wurde, stand mit geschlossenen Augen auf der Bühne und war völlig eins mit ihrer Musik. Als sei den Bogen beiseitelegte, brandete tosender Applaus auf. Die junge Künstlerin wird sich laut Moderator Halbleib demnächst einer Aufnahmeprüfung an der staatlichen Musikhochschule München unterziehen.

Vorbei war es dann mit der andächtigen Stille, als die Big Band des Gymnasiums Schrobenhausen unter der musikalischen Leitung von Martin Göbel die Bühne betrat. Mit ihrer Moonlight-Serenade erreichten sie im Nu die Zuschauer, die viele der vorgetragen Stücke von früher kannten. Aber auch aktuelle Hits wurden perfekt vortragen, wie zum Beispiel Michael Bublees „I’m feeling good“.

Hochzufrieden und stolz zeigte sich Manfred Schwaak nach der Veranstaltung, bei der zahlreiche Spenden für seinen Verein Kinderhilfe Litauen eingingen. Das Geld dringend wird dringend benötigt, denn in Kürze sollen alle Kinderzimmer im Kinderheim in Kaunas von Grund auf renoviert werden. „Die Kinder sollen sich einfach wohlfühlen können“, meint Schwaak und plant schon die nächsten Projekte für hilfsbedürftige Menschen in Litauen.