Drexler, Gerlinde, Aichach
Waidhofen

Viel mehr als die rund 80 Karten, die zur Verfügung standen, hätten die Steirer Lumpen für ihre Jubiläumsfeier verkaufen können. Rainer Burg und Oliver Denk hatten sich aber ganz bewusst für eine eher familiäre Feier in der Gaststube entschieden. Viele Freunde und Bekannte waren gekommen. Aber auch einige neue Gesichter. Burg freut sich: "Das ist gut. Da kann ich meinen Schmarrn wieder erzählen." Denn das Duo unterhält die Besucher nicht nur mit Musik, sondern auch mit vielen Witzen und Anekdoten.

Dazwischen gestreut immer wieder Informationen über die Musiker. Zum Beispiel, wie der Name entstand: Das hängt damit zusammen, dass Oliver Denk tatsächlich aus der Steiermark kommt. Denk ergänzt trocken: "I bin der Steirer und er ist der Lump." Damit war das schon mal geklärt. Dass sie als Duo so erfolgreich sein würden, hatten die beiden nicht erwartet, erzählen sie. Vom Münchner Umland bis ins Altmühltal erstreckt sich inzwischen das Gebiet, in dem sie überwiegend bei Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, Wein- und Starkbierfesten oder auch Floßfahrten für Stimmung sorgen.

Drexler, Gerlinde, Aichach
Waidhofen

Und noch etwas erfuhren die Gäste: Die Auftritte der Steirer Lumpen laufen bis auf ganz wenige Ausnahmen nach keinem festen Programm ab. "In den zehn Jahren haben wir fast immer alles spontan gemacht", sagt Burg. Genau wie bei der Jubiläumsfeier. Die beiden Musiker lassen sich von der Stimmung im Publikum inspirieren und spielen entsprechend. "Wir sind voll flexibel, wir haben alles dabei", hatten sie am Anfang des Abends versprochen.

Drexler, Gerlinde, Aichach
Waidhofen

Und sie halten ihr Versprechen. Das Repertoire reicht von Liedern wie "Fliege mit mir in die Heimat", über Schlager wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" über aktuelle Hits von Andreas Gabalier bis hin zur Rockmusik. Das Publikum ist begeistert, schunkelt mit und hilft als Souffleur auch mal einem Musiker weiter, wenn er im Text stockt.

Drexler, Gerlinde, Aichach
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Die Steirer Lumpen hält es kaum auf der kleinen Bühnenfläche. Immer wieder spielen sie mitten im Publikum, rufen Tanzrunden aus oder holen sich Zuschauer, die sie auf ausgefallenen Musikinstrumenten begleiten. Die dürfen dann Waschbrettgitarre spielen, auf einem alten Heurechen den Takt schlagen oder mit einer mehrere Kilogramm schweren Spezial-Ratsche klappern. "Schwer wie die Sau", sei die gewesen, sagt Thomas Stocker aus Schrobenhausen nach seinem schweißtreibenden Debütauftritt als Ratschenspieler.

Als Tänzerinnen haben sich die Plattler-Bixn aus Waidhofen schon den ganzen Abend unter das Publikum gemischt. Bei ihrem Auftritt zeigen die "Bixn", dass Schuhplatteln auch frech und modern sein kann. Seit sie vor wenigen Jahren zum ersten Mal auf dem Bürgerfest in Waidhofen auftraten, machen sie in Oberbayern Schlagzeilen.

Vielleicht werden sie demnächst auch in Jetzendorf zu sehen sein. Die Mitglieder des Jetzendorfer Bauernballetts, die die Zuschauer mit ihren Auftritten in Zeitlupentempo unterhalten, sind jedenfalls von den Plattler-Bixn begeistert. Auch wenn die erst mal skeptisch reagierten: "Ihr seid uns zu schnell."