Ziemlich unspektakulär: Lofar-Netzwerkspezialist Heinz-Ado Arnolds schaltete den Router im Technikcontainer ein. Damit nahm er gestern das Aresinger Antennenfeld in Betrieb. - Foto: Hofmann
Aresing
Ursprünglich sah die Planung ganz anders aus. Als die Garchinger Forscher vor fast drei Jahren den ehemaligen Getreideacker zwischen Oberweilenbach, Unterweilenbach und Flammensbach pachteten, war die Rede davon, noch Ende 2007 die Anlage hochfahren zu können. Doch wie es bei Projekten dieser Größenordnung – das Weilenbacher Feld ist ja nur eines von vielen, die mit Hilfe eines leistungsstarken Supercomputers zusammengeschaltet werden – so oft ist, verzögerte sich alles. Zu den Tugenden von Weltraumforschern, die beim Blick ins All mit ihren Teleskopen Milliarden Jahre in die Vergangenheit schauen, gehört zum Glück die Geduld.

Vor ziemlich genau einem Jahr wurden auf dem Antennenfeld die filigranen Low Band Antennas (LBA) montiert, im April 2009 dann der Technikcontainer mit Computerhardware bestückt. Auch das Glasfaserkabel, das die immensen Datenmengen zum in den Niederlanden angesiedelten Supercomputer trägt, steht bereits seit geraumer Zeit zur Verfügung.

Warten mussten die Garchinger Forscher aber, bis das Netzwerk, das die derzeit fünf deutschen Lofar-Stationen und weitere rund 40 in anderen europäischen Staaten zusammenschließt, bereit war, die in Aresing gesammelten Daten auch aufzunehmen. Gestern war der große Tag da: Aus Garching kam allerdings nur Lofar-Netzwerkingenieur Heinz-Ado Arnolds nach Weilenbach. Er schaltete die Klimaanlage des Technikcontainers an und legte dann ein paar kleine Schalter um. Sofort erfüllte das Rauschen und Surren der unzähligen Geräte den engen Container. Und als der Router hochgefahren war, griff Arnolds zum Handy.

In Jülich, wo die Daten der deutschen Antennenfelder zusammenlaufen und aufbereitet werden, bevor sie an den niederländischen Supercomputer weitergeleitet werden, wartete man bereits auf den Anruf des Technikers. "Die Verbindung wird getestet", erklärte Arnolds, "dann sind die Holländer dran". Die müssen von Groningen aus die Aresinger Antennen einmessen. Zu sehen ist von all dem natürlich gar nichts. In vier bis sechs Wochen rechnet Arnolds allerdings mit dem First Light – dem ersten Bild, das der Computer aus den Daten des Aresinger Feldes errechnet hat.