Pfaffenhofen: Posieren vor dem Profi
Im Dirndl die Rathauspforte zu stürmen, daran hatten (v.l.) Franziska Landinger, Melissa Trübenbach und Daniela Donaubauer beim „Fotoshooting ihres Lebens“ sichtlich Spaß (großes Bild). Geduldig ließen sich die drei jungen Damen zuvor mehrfach schminken (rechts unten), und in Teamwork wurden an den Amateurmodels über 40 Frisuren ausprobiert (links unten). Fotograf Paul Ehrenreich zeigte der Kandidatin erste Ergebnisse und gab wertvolle Tipps zu weiteren Posen (unten Mitte) - Fotos: Hofner
Pfaffenhofen
Dieselben Worte wählten auch viele Dultbesucher, die vor Ort auf einer Leinwand sofort die entstandenen Aufnahmen betrachten konnten. Die verschiedensten Posen in ständig wechselnden Outfits und Frisuren bekam man dabei zu sehen. „Kaum zu glauben, dass die Drei eigentlich noch absolute Anfänger sind“, meinte ein Besucher, nachdem er eine Weile die wechselnden Bilder auf der Leinwand verfolgt hat. Doch Daniela Donaubauer aus Reichertshofen, Franziska Landinger aus Bruckberg und Melissa Trübenbach aus Manching standen gestern wirklich zum ersten Mal vor einem professionellen Fotografen.

Hintergrund der Aktion war, dass sich die Hallertauer Volksbank in Kooperation mit dem Pfaffenhofener Kurier auf die Suche nach dem „Gesicht der Hallertau“ gemacht hatte. Jugendliche zwischen 16 und 23 Jahren konnten sich bewerben. Den drei von einer Jury ausgewählten Finalistinnen winkte das gestrige Shooting, einen von ihnen wird außerdem den Titel „Gesicht der Hallertau“ verliehen.

„Alle Drei sind absolut klasse“, resümiert Fotograf Paul Ehrenreich nach etwa der Hälfte des Tages. Der Profifotograf hatte sein umfangreiches technisches Equipment anstatt im Rathausfestsaal kurzfristig doch im Erdgeschoss des Rathauses aufgebaut: „Wir möchten auch das tolle Wetter nutzen und können so ganz schnell auf den Hauptplatz, um zwischen Außen- und Innenaufnahmen zu wechseln“, erklärt Ehrenreich, der aber wenig Zeit hat: Franziska posiert nämlich bereits wieder vor dem eigens aufgebauten Hintergrund. „Macht euch nicht zu viele Gedanken, nicht jedes Bild muss perfekt sein“, rät Luisa Sondermeier. Die 19-Jährige aus Eschelbach hat die Aktion 2009 gewonnen und modelt seitdem professionell.

Zu der Reggae-Musik, die aus den Lautsprechern dröhnt, wirken die Bewegungen der drei Amateure tatsächlich sehr entspannt. „Die Musik ist wichtig, je nach Thema muss sie manchmal entspannen und manchmal pushen“, verrät Ehrenreich und verlangt nach Blasmusik. Gleich marschieren die Mädels nämlich im Dirndl durch die Rathauspforte.

„Ich habe mich riesig auf den Tag heute gefreut, und es ist echt total schön“, sagt Melissa Trübenbach. Die mit 19 Jahren Jüngste der Truppe hat ihren Freund Markus mit zum Shooting gebracht, und der ist stolz, sie hier zu sehen. Dass es noch mehr Spaß macht als erwartet findet Franziska Landinger. Sie sei am Vorabend schon sehr zeitig ins Bett gegangen, um heute „on top“ zu sein, sagt die 20-Jährige. Ihre gleichaltrige Kollegin Daniela Donaubauer verrät, dass sie in der Früh schon eine halbe Stunde zu früh am Rathaus gewesen sei, etwas aufgeregt vor dem unvergesslichen Tag. Sie erhält Unterstützung von ihren Eltern und von der Oma, die – begeistert von den hübschen Mädels – beim Shooting zusieht.

Spaß hin oder her: ein Zuckerschlecken ist so ein Shooting für keinen der Beteiligten: „Es ist körperlich anstrengend und erfordert höchste Konzentration während der gesamten Dauer“, sagt Ehrenreich. Besonderes wird den Damen noch einmal abverlangt, als sie vor dem Rathaus auf dem Trampolin springend fotografiert werden.

„Einfach gigantisch“ lautet das Fazit von Günter Staud, Marketingleiter bei der Hallertauer Volksbank, als dieser die ersten Ergebnisse des Shootings betrachtet. Aber nicht nur das Geschehen am Set selbst, sondern auch die Technik, die dahintersteckt, interessierte gestern viele Besucher. Thomas aus Reichertshausen fotografiert schon seit 20 Jahren ortsgeschichtliche Dinge und versuchte sich gestern, „ein paar Dinge von den Profis abzuschauen“. Dabei unterhielt er sich auch mit Fotograf Thomas Muth, welcher die Bilder aus Ehrenreichs Kamera vor Ort sofort leicht nachbearbeitete. „Eine gute Retusche zeichnet sich in unserem Fall dadurch aus, dass die Bilder hinterher noch immer echt sind“, erklärt Muth.

Gespannt darf man auf die schönsten Bilder sein, die nach der Bearbeitung aller Ergebnisse aus dem gestrigen Shooting jede der drei Kandidatinnen in Form eines Modelbooks überreicht bekommen wird. Eine Auswahl an Bildern wird dann unter www.donaukurier.de zu finden sein, denn dort gilt es abzustimmen, wer von den Dreien den Titel „Gesicht der Hallertau“ erhalten soll. Über den Start des Online-Votings wird gesondert informiert, es kann dann von jedem PC aus für die jeweilige, persönliche Favoritin abgestimmt werden.