Pfaffenhofen: Kultusministerium sagt Ja zur FOS - unter Vorbehalt
Im Scheyerer Kloster soll bald nicht nur die BOS, sondern auch eine FOS untergebracht sein. Zuerst hatte das bayerische Kultusministerium einer Schulgründung zugestimmt. Jetzt hat auch das Finanzministerium als letzte Instanz seine Zustimmung gegeben.
Haßfurter
Pfaffenhofen
Die gute Nachricht hat die Landtagsabgeordnete Erika Görlitz (CSU) gestern verkündet. Sie teilte mit, dass nach dem bayerischen Kultusministerium nun auch das Finanzministerium der Neuerrichtung der FOS zugestimmt hat. Die bisherige Genehmigung von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) ist, wie berichtet, lediglich unter dem Vorbehalt erteilt worden, dass auch das Finanzministerium seine Zustimmung erteilt. Und das ist jetzt passiert: „Mit dieser Zusage wird der Tatsache Rechnung getragen, dass die Vor-aussetzungen für eine FOS in Scheyern optimal sind“, zeigt sich Görlitz sehr zufrieden. „Mit der FOS wird die Schullandschaft im Landkreis Pfaffenhofen komplettiert und es eröffnen sich für viele junge Leute zusätzliche Bildungschancen.“

Die Informationen vom grünen Licht aus München bestätigte gestern Landrat Martin Wolf (CSU). Zwar stehe eine schriftliche Zusage noch aus, er sei aber bereits mündlich informiert worden. „Bei mir ist die Freude jetzt endgültig groß“, sagt er. „Ich freue mich auch für die ersten 130 Schüler, die sich angemeldet haben.“ Diese hätten bei der Probeeinschreibung im Frühjahr durch ihr Ja zu einer FOS im Landkreis „auch für nachfolgende Schülergenerationen eine Tür aufgestoßen“. Landrat Wolf drückt diesen Schülern nun die Daumen, damit es auch mit dem Notenschnitt für den FOS-Übertritt klappt.

Freude herrscht auch bei der Pfaffenhofener Berufsschule am Schleiferberg, an der die erste FOS-Jahrgangsstufe unterkommen wird: „Wir sind sehr erleichtert – und hochzufrieden“, sagt stellvertretender Schulleiter Richard Schnell. „Wir sind schon auf Kohlen gesessen“, berichtet er über die Wartezeit bis zur Entscheidung des Finanzministeriums. Denn die Zeit drängt: „Im September geht es los.“

Der Landkreis rechnet damit, dass rund 110 der 130 Angemeldeten im Schuljahr 2012/2013 anfangen. „Die Planungen laufen“, berichtet Wolf. Je zwei der vier Klassen der ersten FOS-Jahrgangsstufe sollen im Wechsel mit den Praktika an der Berufsschule untergebracht sein. Dort stehen im ehemaligen Hauswirtschaftstrakt ungenutzte Räume zur Verfügung, bei denen laut Schulleitung nur kleinere Umbauten notwendig sind. Anders bei der Berufsoberschule (BOS) im Scheyerer Kloster, wo wohl größere Baumaßnahmen fällig werden. Dort geht es aber erst mit der zweiten Jahrgangsstufe ab dem Schuljahr 2013/2014 los. Somit bleibt ein Jahr länger Zeit, um sich auf den zusätzlichen FOS-Betrieb einzurichten. „Es gibt dafür schon fertige Pläne“, sagt Wolf.

Der Landrat ist stolz auf das Erreichte: „Wir haben mit ganzer Kraft versucht, die Schule zu bekommen – und wir haben es im ersten Anlauf geschafft“, sagt er mit Blick auf die vergangenen Monate. Neben der Politik sei das Gelingen der Gründung vor allem dem Schulleiter der Berufsschule und der Scheyerer BOS, Hubert Ruisinger, zu danken, der die Idee überhaupt erst entwickelt habe. Daneben hätten Lehrer, Kloster und auch die Wirtschaftsbetriebe viel geleistet: „Es war mitentscheidend, dass wir für alle 110 Schüler, die wir erwarten, Praktikumsplätze anbieten können“, betont Wolf. Diese seien über den Wirtschaftsbeirat in kürzester Zeit aufgetrieben worden, womit man bei den Entscheidern in München punkten konnte. „Der gute Ruf der BOS“ habe sein Übriges getan.